Flüchtlingskirche: Gott liebt Gewalt – und seine Flüchtlinge


Seit Donnerstag eröffnet. In St. Simeon in der Wassertorstraße sind Menschen aller Konfessionen und Religionen willkommen. – Foto: dpa, Britta Pedersen
„Wir schaffen das!“ sagen aktive Gemeindemitglieder in der neu eingeweihten Flüchtlingskirche St. Simeon in Kreuzberg. Etliche wollen sich engagieren – im Café, bei der Kinderbetreuung. Zu Besuch beim Sonntags-Gottesdienst.

Von Claudia Keller|DER TAGESSPIEGEL

Am Donnerstag wurde die evangelische „Flüchtlingskirche“ eingeweiht. Über 400 Gäste kamen zum Eröffnungsgottesdienst in St. Simeon in die Kreuzberger Wassertorstraße, so viele wie sonst nicht mal zu Weihnachten. „Das hat mich so berührt, ich hatte richtig Gänsehaut“, sagt Brigitte Brückmann, 64, die frühere, langjährige Gemeinderatsvorsitzende. „Als alle das Vater Unser beteten, hatte ich das Gefühl, der Herrgott ist direkt unter uns“.
Drei Tage später ist wieder Alltag eingekehrt. Die Beratungsstelle für Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer im Vorderhaus ist am Sonntag, geschlossen, das internationale Café, in dem sich künftig Einheimische und Neuankömmlinge begegnen sollen, muss erst noch aufgebaut werden. Flüchtlinge wohnen keine im Kirchengebäude.

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