Terror gegen Frieden in der Türkei


Der verheerende Selbstmordanschlag auf eine von Kurden unterstützte Friedenskundgebung in Ankara sollte wohl den Krieg gegen die PKK am Laufen halten. Doch die Untergrundarmee ging nicht darauf ein. Sie verkündete eine Waffenruhe.

Von Markus Bernath|derStandard.at

Eine Demonstration für den Frieden ist in Ankara zu einem Massaker geworden. Sie ist der jüngste und bisher blutigste Beweis: Fürsprecher des Friedens und des demokratischen Miteinanders haben in der Türkei derzeit keinen Platz. Die Organisatoren des Terroranschlags vor dem Hauptbahnhof in Ankara hatten offensichtlich ein Ziel: Den Krieg des türkischen Staats gegen die Kurden am Laufen zu halten, die kurdische Untergrundarmee PKK – sie ist in der Türkei wie in der EU als Terrororganisation gelistet – von einer Waffenruhe abzubringen.

Wem nützt das alles? Nicht der konservativ-islamischen Partei AKP des Staatspräsidenten Tayyip Erdogan, der bei den neuerlichen Parlamentswahlen in drei Wochen die Regierungsmehrheit zurückerobern will. Die hatte seine Partei bei den regulären Wahlen im Juni verloren. Erdogan versucht dafür seit Monaten, der erfolgreichen, kurdisch orientierten Minderheitenpartei HDP den Mantel der Terroristenpartei umzuhängen, das Image der Handlanger der PKK. Landesweite, progromartige Angriffe wurden auf Parteigebäude der HDP organisiert, gegen führende Kurdenpolitiker laufen Ermittlungen.

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