Zündfunk Netzkongress: Die Zukunft gehört Konzernen und Geheimdiensten


Wo geht’s hin mit dem Internet? Darüber diskutieren die Teilnehmer des Zündfunk Netzkongress‘ in München. (Foto: Alessandra Schellnegger)
Dystopie Internet: Hacker und Netzaktivisten treffen sich in München – die Stimmung ist rabenschwarz. Das liegt auch an Google und Facebook.

Von Jannis Brühl|Süddeutsche.de

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen: „Niemand hat je wegen einer Online-Debatte seine Meinung geändert. Niemand.“ Linus Neumann blickt von der Bühne des Münchner Volkstheaters in den Saal, in dem sich kein Widerspruch regt. Der Hacker mit der einhornartigen Tolle vom Chaos Computer Club hat eine selten ausgesprochene Wahrheit mitgebracht: Wer auf Twitter gegen Flüchtlinge hetze, den könne man nicht bekehren. Es ist nicht die Einzige auf dem Zündfunk Netzkongress von Süddeutscher Zeitung und Bayerischem Rundfunk an diesem Wochenende. Einige der klügsten Köpfe, die über das Internet nachdenken, treffen sich hier zum dritten Mal. Und ihre Gedanken sind in letzter Zeit eher nüchtern.

Im Jahr drei nach den NSA-Enthüllungen und kurz nach den Landesverrat-Ermittlungen gegen Netzpolitik.org ist auf vielen Podien von Euphorie nichts zu spüren. Dafür wird klar: Der Kampf um die Zukunft zwischen Digitalkonzernen, fragmentierten Rechtsräumen und oft ahnungslosen Politikern ist ermüdend. „Früher habe ich gedacht: ‚Yeah, Internet – jetzt wird alles geil!'“, sagt Neumann. Heute sei es eher eine Dystopie.

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