„Adams Apfel und Evas Erbe“: Sexueller Selektionsdruck


Adam und Eva in einem Gemälde von Bréviaire Grimani (Imago)
Eines macht Axel Meyer in seinem Buch „Adams Apfel und Evas Erbe“ gleich zu Anfang klar: Er kann sich leidenschaftlich aufregen – über Gender-Mainstreaming, Homöopathie-Verfechter und Gentechnik-Gegner. Er will, dass Wissenschaftler sich mehr einmischen, vor allem, wenn es um Themen geht, bei denen sie die Experten sind. Und dann – bitteschön – soll es um die Fakten gehen, sonst um nichts.

Von Katrin Zöfel|Deutschlandfunk

„Ich werde nicht vor ‚heißen Eisen‘ wie genetischem Geschlecht, kulturell und sozial determiniertem Gender, genetischem Beitrag zur Intelligenz etc. zurückschrecken, sondern vielmehr thematisieren, was dazu aus wissenschaftlicher Sicht zu sagen ist. Es geht mir um wissenschaftliche Erkenntnisse, nicht um Weltanschauung und politische Korrektheit.“

Damit ist die Tonlage klar. Axel Meyer sieht in Deutschland eine beunruhigende Welle an unreflektierter, irrationaler Wissenschaftsfeindlichkeit heranrollen. Dagegen setzt er seine Expertise als Genetiker. Erst einmal widmet er sich den Grundlagen, angefangen bei Gregor Mendels Erbsenversuchen, weiter mit der Doppelhelix von Watson und Crick bis hin zum Human-Genom-Projekt und seinen Nachfolgern. Das ist das Fundament, auf dem er dann sein eigentliches Thema diskutiert: Das Verhältnis zwischen Mann und Frau, die Frage, wie sehr Geschlechterrollen und andere Eigenschaften biologisch determiniert sind. Ein Beispiel:

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