Ein Kind mit Behinderung? Rasch ein nächstes!


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Die Biologie schlägt auch in modernen Gesellschaften stark durch: Wenn ein Kind zur Welt kommt, das weniger fit ist im Sinn der Evolutionstheorie, entscheiden sich Eltern früher für noch ein Kind.

Von Jürgen Langenbach|Die Presse

Wenn ein Kind geboren ist, dann zieht es, quer durch die Zeiten und Kulturen, alle Liebe und Pflege der Eltern auf sich. Na ja, es hängt viel davon ab, wo was für ein Kind geboren ist: In manchen Kulturen, vor allem denen Ostasiens, herrscht nackte Gewalt gegen Unerwünschte, neugeborene Mädchen sind von Infantizid bedroht bzw. noch nicht Geborene von selektiver Abtreibung.

Ähnliches findet sich in viel milderer Form etwa bei den Gabbra, die als Nomaden durch Nordkenia ziehen: Auch bei ihnen sind eher Söhne erwünscht – und der Abstand zwischen Geburt eine Kindes und nächster Schwangerschaft ist viel kürzer, wenn ein Mädchen zur Welt gekommen ist. In einen neugeborenen Burschen investieren beide Eltern mehr, vor allem die Mütter tun es, und vor allem sie steuern auch den Abstand zwischen den Schwangerschaften, etwa durch Stillen, es kann den Eisprung verhindern.

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