Salman Rushdie auf der Buchmesse: Flammender Appell für Meinungsfreiheit


Wegen seines Auftritts bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse hat der Iran sein Kommen abgesagt: Salman Rushdie, verfolgter Schriftsteller. Foto: afp
Salman Rushdie fordert Meinungsfreiheit für alle: Bei der Auftakt-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse verteidigt der Schriftsteller, der selbst jahrelang im Untergrund leben musste, das Recht auf freie Rede gegen Angriffe – nicht nur jene durch fundamentale Islamisten.

Frankfurter Rundschau

Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie hat zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse einen flammenden Appell zur Verteidigung der Meinungsfreiheit gehalten. „Die Begrenzung der Meinungsfreiheit ist nicht nur Zensur, sie ist ein Angriff auf die menschliche Natur“, sagte der Autor am Dienstag in Frankfurt am Main. Rushdie war 1989 von dem iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini wegen der Veröffentlichung des Buches „Die satanischen Verse“ für vogelfrei erklärt worden. Es wurde ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, der Autor ging jahrelang in den Untergrund.

„Die Meinungsfreiheit ist ein universales Menschenrecht“, bekräftigte Rushdie. Menschen seien Sprachwesen und existierten, indem sie sich ihre Geschichten erzählten. „Die Zungen der Sprache müssen frei sein“, forderte der Schriftsteller. „Ohne die Meinungsfreiheit gibt es keine anderen Freiheiten.“ So wie die Schriftsteller und Aufklärer im 18. Jahrhundert die Meinungsfreiheit im Kampf gegen die Kirchen errungen hätten, so müssten Schriftsteller, Verleger und Bürger heute die Meinungsfreiheit wieder gegen religiöse Eiferer behaupten.

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