Umfrage: Berliner sind toleranter


Wer in Berlin lebt, ist deutlich offener für eine ethnisch und weltanschaulich bunte Gesellschaft als die deutschen Durchschnittsbürgerinnen und -bürger.

Von Andrea Dernbach|DER TAGESSPIEGEL

In einer Studie des Berliner Instituts für empirische Migrationsforschung (BIM) waren fast 70 Prozent der Berliner der Meinung, dass die Kultur von Muslimen Deutschland bereichere, im restlichen Bundesgebiet meint dies nur etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54,6 Prozent). nur 16 Prozent (im übrigen Deutschland 21 Prozent) Muslime für eine Belastung des Sozialstaats – in der Stadt, auf die der frühere Finanzsenator und Bestsellerautor Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“) seine Behauptung bezog, die Mehrheit der hiesigen Muslime habe „keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel“- Auch wenn es um die Ausübung der Religion geht, sind die Hauptstädter toleranter: Zwar würde ein gutes Drittel der Berlinerinnen und Berliner (35 Prozent) den Bau von Moscheen einschränken, das sind aber immer noch acht Prozentpunkte weniger als die im übrigen Bundesgebiet. Auf die eher abstrakte Frage des Forschungsteams nach mehr oder weniger Anerkennung von Muslimen allerdings sind die Antworten in- und außerhalb Berlins gleichermaßen deutlich höher: 66 beziehungsweise 68 Prozent deutschlandweit meinen: „Wir sollten Muslimen mehr Anerkennung entgegenbringen.“

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