Bürger, Pegida und AfD: Extremismus der Mitte


Bild von der gestrigen Pegida-Demo. Twitter
Bild von der gestrigen Pegida-Demo. Twitter
Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte haben einen Höchststand erreicht. Der Innenminister spricht von „Schande“, Pegida feiert Einjähriges und die besorgte bürgerliche Mitte zeigt sich immer öfter für Rechtsextremismus anschlussfähig

Von Timo Stein|Cicero

Es hat sich etwas verändert in diesem Land. Und das nicht erst mit der steigenden Zahl der hier ankommenden Flüchtlinge. Rechte Gewalt ist dunkeldeutscher Alltag. Allein für den Monat August zählt die Polizei 1450 rechte Straftaten.

Innenminister Thomas de Maizière spricht von einer „Schande für Deutschland“. In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe beklagt er mehr als 490 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte. Und warnt vor einem „massiven Anstieg fremdenfeindlicher Übergriffe auf Asylbewerber“. Im Vergleich dazu: Im Jahr 2014 wurden 198 Straftaten gegen Asylunterkünfte gemeldet.

Auf Cicero-Nachfrage nennt das Bundesinnenministerium die aktualisierte Zahl von „505 lagerrelevanten Delikten zum Themenfeld ‚Straftaten gegen Asylunterkünfte‘“.

Besonders bemerkenswert: Zwei Drittel der Tatverdächtigen seien „Bürger aus der Region, die sich bisher nichts zu Schulden kommen ließen“, sagte de Maizière. Wobei sich das Nichts-zu-Schulden-kommen-lassen allein auf sogenannte politisch motivierte Straftaten bezieht.

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