Haushalte verschmutzen Abwasser mit Medikamenten


Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Medikamenten-Rückstände im Abwasser sind gesundheitsschädlich und können zur steigenden Antibiotikaresistenz beitragen. Doch wie eine aktuelle Studie zeigt, sind es nicht Krankenhäuser und Pflegeheime, die dafür zur Verantwortung gezogen werden sollten. Vielmehr sind Privathaushalte größtenteils selbst dafür verantwortlich.

Deutsch Türkische Nachrichten

In Deutschland werden allein in der Humanmedizin jedes Jahr etwa 8.100 Tonnen potenziell umweltrelevante Medikamente verabreicht bzw. Eingenommen. Dabei sind vor allem Entzündungshemmer, Asthmamittel sowie Psychotherapeutika die am häufigsten verschriebenen Arzneimittel, so das Umweltbundesamt.  „In die Umwelt kommen sie durch einen unerwünschten Nebeneffekt: viele Stoffe werden vom menschlichen Körper unverändert wieder ausgeschieden“. Sie gelangen mit dem Abwasser über die Kläranlagen in die Umwelt. Und viele Wirkstoffe werden auch in Kläranlagen nur wenig zurückgehalten.

Tätsächlich sind aber meist nicht Krankenhäuser, Psychatrien und Pflegeheime die Verursacher der vielen Medikamentenrückstände. Das zeigt eine Untersuchung der Leuphana Universität Lüneburg. Vielmehr sind die meisten Rückstände auf Privathaushalte zurückzuführen. Hierfür werteten die Wissenschaftler Medikamentenverbrauchsdaten eines Krankenhauses, einer psychiatrischen Klinik und eines Pflegeheimes in Südwestdeutschland aus und ermittelten die 50 am häufigsten verabreichten Wirkstoffe, die auch für die Qualität des Abwassers und der Gewässer eine Relevanz haben.

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