Deutschland verharrt im Lagerkampf


Ein Kampfjet, gemalt von einem Flüchtlingskind: hochkomplexe Prozesse in einer globalisierten Welt Rolf Vennenbernd/dpa
Rechte und Linke – Homogenisierer und Multikulturalisten – stehen sich zunehmend unversöhnlich gegenüber. Doch beide Seiten verweigern sich der Realität

Von Alexander Grau|Cicero

Die deutsche Gesellschaft driftet auseinander. Und das nicht erst seit Pegida und der Flüchtlingskrise. Schon seit Jahren ist zu beobachten, dass sich zwei Lager zunehmend unversöhnlich gegenüberstehen.

Auf der einen Seite findet sich eine neubürgerliche Linke, zu deren Selbstverständnis es gehört, multikulturell zu sein, tolerant, pluralistisch, feministisch, ökologisch, globalisierungskritisch und sozial gerecht.

Ihr gegenüber steht eine diffuse Fraktion, die von Traditionskonservativen über Pegida bis zur Neuen Rechten reicht. Sie eint vor allem eine tiefe Abneigung gegen alles, was im linksliberalen Bürgertum zum guten Ton gehört. Dementsprechend steht man der multikulturellen Gesellschaft ablehnend gegenüber, ist islamkritisch und wirbt für Heimatverbundenheit und kulturelle Homogenität.

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