Der Fall Georges Simenon


Unter Faschismus-Verdacht: Georges Simenon. Foto: Imago
Der Maigret-Autor Georges Simenon steht unter Faschismus-Verdacht. Aber auch seine Verteidiger formieren sich.

Von Axel Veiel|Frankfurter Rundschau

Was Kommissar Maigret in seinem 75 Romane füllenden Berufsleben zu schätzen wusste, scheint hier nun im Übermaß vorhanden: Lügen, Intrigen, Verrat, Ehrgeiz, Eifersucht, Hass. Man muss die Vorstellungskraft nicht sehr strapazieren, um sich auszumalen, wie der Mann mit der Pfeife im Mundwinkel mit Ruhe und Einfühlsamkeit der Wahrheit auf die Spur kommt. Die Ermittlungen richten sich in dem Sendeplätze, Blogs und Zeitungsspalten füllenden Fall jedoch gegen Georges Simenon selbst, den geistigen Vater des Romanhelden. Der 1989 mit 86 Jahren gestorbene belgische Schriftsteller ist in den Ruch des Faschismus geraten. Er soll während der Besatzungszeit in bestem Einvernehmen mit deutschen Nazis seine Karriere vorangetrieben haben.

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