Wie aus Pflanzen Zombies werden

Der beginnende Befall mit Phytoplasmen bewirkt, dass diese Aster statt normaler Blütenblätter (rechts) nur noch verkümmerte Blattstrukturen (links) ausbildet. © Alan Lorance
Horrorszenario im Garten: Parasitische Bakterien verwandeln Pflanzen in wehrlose Brutstätten. Entscheidend ist dabei die Imitation eines Proteins, das die Entwicklung der Blüten steuert, wie deutsche Genetiker nun herausgefunden haben. Die gefälschte Kopie der Bakterien lässt die Pflanzen statt Blüten nur noch verkümmerte Blätter ausbilden. Verhindern lässt sich die bakterielle Infektion noch nicht.

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Pflanzen und Insekten leben meist idyllisch zusammen und profitieren voneinander: Die blühenden Pflanzen liefern Nektar und Pollen als Nahrung, während die Insekten die Blüten bestäuben und so den Fortbestand der Pflanzen sichern. Doch gelegentlich spielen sich in dieser Idylle regelrechte Horrorszenarien ab: Manche Zikaden unter den Insekten bringen den Pflanzen schweres Unheil, aus dem es kein Entkommen gibt. „Die Insekten übertragen Bakterien, sogenannte Phytoplasmen, die den Lebenszyklus der Pflanzen zerstören“, erklärt Günter Theißen von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU).

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Zustrom von IS-Anhängern aus Europa soll zurückgehen

Bild: heise.de
Nato warnt, der Islamische Staat könne wegen der vielen Anhänger mit wissenschaftlicher Ausbildung aus dem Ausland bald Massenvernichtungswaffen herstellen und einsetzen

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Nach einem Nato-Bericht besteht die Gefahr, dass der Islamische Staat chemische, biologische, radioaktive oder nukleare Waffen (CBNR) einsetzen könnte. Bald könne die Organsiation in die „zuvor nicht vorstellbare Phase eines CBRN-Terrorismus“ eintreten. Vermutlich seien bereits chemische Waffen in Kobane verwendet worden, möglicherweise haben sie auch nukleares Material im Irak erbeutet. Gefährlicher als andere Terrororganisationen sei der IS besonders deswegen, weil er in der Lage sei, Tausende von teils gut ausgebildeten Menschen aus dem Ausland anzuziehen, die wissenschaftliche Kenntnisse besitzen.

Es gibt nach der Nato-Analyse vier Aspekte, die den IS von anderen Terrororganisationen unterscheide. Er kontrolliert erstens ein großes Gebiet und könne trotz der Luftangriffe und der Angriffe der irakischen Armee oder der Kurden die Kontrolle in großen Teilen Syriens und des Irak halten. Zweitens würde der IS über „außergewöhnlich“ hohe Geldquellen durch „ökonomische“ Aktivitäten und Steuererhebungen, durch Spenden ausländischer Unterstützer und Lösegelder für Geiseln. Angeblich würde der IS sich am Menschenschmuggel von Libyen nach Europa beteiligen.

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Synode, Sex, Sünde und ‚Neusprech‘

FB-Page, Screenshot:bb
FB-Page, Screenshot:bb
Auf der Suche nach einer neuen Sprache für eine alte Sache? Gedanken von Bischof Stefan Oster zur Familiensynode

kath.net

Von der Synode der Bischöfe in Rom wird immer wieder berichtet, dass Synodenväter aus allen Teilen der Welt der Meinung sind, dass „eine neue Sprache“ gefunden werden müsste, um der Welt die Schönheit des Evangeliums von der christlichen Ehe zu verdeutlichen. Aber wie entsteht eigentlich so eine neue Sprache? Sollen sich die Verkündiger oder die Synodenväter neue Wörter für eine nur mehr Insidern bekannte Sache ausdenken? Soll eine Sprache gefunden werden, die für heute verständlich ist, also für Menschen in einer postmodernen Zeit, die das Evangelium nicht mehr verstehen, die sich weit entfernt haben von den Inhalten des Glaubens? Und wie hinge die zu findende neue Sprache mit ihren Sprechern zusammen? Sollen alle zukünftigen Sprecher eine neue Sprache lernen?

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Kennedy-Attentat: Belastendes Foto ist nicht gefälscht

Das 3D-Modell zeigt: Die vermeintlich unnatürliche Körperhaltung des Kennedy-Attentäters Oswalds auf dem „Backyard Photo“ ist realistisch. © Hany Farid
Fälschung oder nicht? Ein umstrittenes Bild des Kennedy-Attentäters Lee Harvey Oswald erweist sich in moderner forensischer Analyse als echt. Verschwörungstheoretiker bezeichnen das belastende Foto als manipuliert – Forscher widerlegen diese Ansicht: Ihrem Modell zufolge sind alle strittigen Punkte des Fotos plausibel. Die verwendete Technik könnte auch bei der Analyse anderer möglicherweise gefälschter Bilder helfen, meinen die Wissenschaftler.

scinexx

Das „Backyard Photo“ sollte den mutmaßlichen Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald schwer belasten: Das berühmte Bild zeigt Oswald mit einer kommunistischen Zeitung in der einen Hand und einem Gewehr des Typs, mit dem John F. Kennedy 1963 erschossen wurde, in der anderen. Offiziellen Darstellungen zufolge zeigte dies sowohl eine politische Motivation für das Attentat, als auch die Tatwaffe. Für Verschwörungstheoretiker war das Foto jedoch ebenfalls ein gefundenes Fressen: das Bild spiele den Ermittlern zu perfekt in die Hände und müsse eine Fälschung sein. Oswald sei nur ein Sündenbock gewesen, der vor seiner umfassenden Aussage ermordet wurde.

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Lesben, Schwule und Transgender werden in Österreich 20 Mal öfter verprügelt als Heteros

Sujetbild: Blaulicht – Quelle: Archiv
Fünf Prozent aller Lesben, Schwulen, Transgender, Bi- und Intersexuellen in Österreich werden pro Jahr Opfer einer Körperverletzung. Das geht aus einer Untersuchung der IG Soziologie Forschung hervor, die von den Gay Cops Austria präsentiert wurde.

Von Herwig-Hakan Mader|GGG.at

Damit ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Gewalttat zu werden, für sexuelle Minderheiten zehnmal höher als für andere Bevölkerungsgruppen. Diese Zahlen seien im Vergleich mit anderen Ländern als konservativ geschätztes Minimum zu sehen, so die Gay Cops Austria. Die Auswertung basiert auf einem Online-Fragebogen, der von 660 Personen ausgefüllt wurde.

Die Vereinigung schwul-lesbischer Polizisten schätzt, dass es pro Jahr in Österreich 17.000 Körperverletzungen gegen sexuelle Minderheiten gibt – das wären jede Stunde mehr als zwei Fälle oder etwa die Hälfte aller angezeigten Körperverletzungen in Österreich.

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Meinungsfreiheit: „Jede Religion hat eine Würde, über die man sich nicht lustig machen darf“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Die diesjährige Frankfurter Buchmesse hatte als einen ihrer Schwerpunkte die Rede-, Meinungs- und Publikationsfreiheit zum Thema. Da trifft es sich gut, dass der so gern vor aller Art Vollversammlungen dieses Planeten predigende Weltmissionar Franziskus auch zu diesem Thema bereits einiges gesagt hat.
 

Von Hubertus Mynarek|hpd.de

Ich denke da besonders an seine apodiktische Aussage: „jede Religion hat eine Würde, über die man sich nicht lustig machen darf.“ Diese Aussage fiel während seines Besuchs der philippinischen Hauptstadt Manila und im größeren Zusammenhang der Terroranschläge auf das Satiremagazin Charlie Hebdo und der auf dieser Grundlage entbrannten Diskussion über Meinungsfreiheit und die Behandlung religiöser Gefühle. Diese Gefühle stellen dem Papst zufolge eine Grenze für die Meinungsfreiheit dar. Diese ende da, wo „die religiösen Gefühle anderer verletzt werden“ und „der Glaube der anderen herausgefordert, beleidigt oder lächerlich gemacht wird“.

Wie gesagt, „Jede Religion hat eine Würde, über die man sich nicht lustig machen darf.“

Zur Veranschaulichung brachte dann der Papst die Parallele zu seiner Mama. Die eigene Mutter ist wie die religiösen Gefühle heilig und unantastbar. Wenn Mama oder religiöse Gefühle beleidigt werden, hagelt’s Fausthiebe, ist Gewalt jedenfalls erlaubt, allerdings mit Ausnahme des Totschlags oder Mordes, denn, so der Papst, Töten im Namen Gottes ist nicht erlaubt.

Nun wissen wir ja schon längst, dass Papst Franziskus weniger Theoretiker als Praktiker, Politiker, Rhetoriker, Religionsmanager und Macher ist, dass ihm Exaktheit, Präzision, definitorische Klarheit der von ihm verwendeten Begriffe nicht so wichtig sind. Aber was er hier im Zusammenhang mit seiner Mama und den religiösen Gefühlen veranstaltet, ist noch einmal ein ganz besonderer Fall von Verschleierung und Vernebelung zum Zweck der Immunisierung der Religion gegen jede Kritik. Denn wann ist denn Mama beleidigt? Auch schon bei sachlicher, vernünftiger Kritik? Wann ist der Tatbestand einer objektiven Beleidigung, nicht bloß einer subjektiv-beleidigten Betroffenheit erfüllt?

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Barbarei: Saudi-Arabien lässt Arbeiterin aus Indien Hand abhacken

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In Saudi-Arabien wurde einer indischen Haushaltshilfe die Hand abgehackt. Ihr Vergehen: Sie hatte sich zuvor über die schlechten Arbeitsbedingungen geklagt. Ob Bundesaußenminister Steinmeier den Vorfall bei seinem Besuch in Riad ansprechen wird, ist unbekannt.

Deutsch Türkische Nachrichten

Einer indischen Haushaltshilfe ist in Saudi-Arabien von ihrem Arbeitgeber eine Hand abgehackt worden. Dieses brutale Vorgehen sei „nicht hinnehmbar“, erklärte Indiens Außenministerin Sushma Swaraj am Freitag und kündigte an, die saudischen Behörden einzuschalten.

Nach indischen Medienberichten arbeitete die Frau als Haushaltshilfe in Riad. Als die 50-Jährige sich über fehlenden Lohn und Misshandlung beklagt habe, habe ihr der Dienstherr die Hand abgetrennt, berichtete die Zeitung Indian Express unter Berufung auf die Schwester des Opfers. Außerdem habe sie sich die Wirbelsäule verletzt, als sie bei einem Fluchtversuch vom Balkon fiel.

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Köln: Rechtsextreme probten Messerkampf

Im Internet kursieren Videos, auf denen Rechtsextreme in NRW den bewaffneten Nahkampf trainieren – unter ihnen auch eine Organisatorin aus dem Kögida-Umfeld. Ermittler prüfen mögliche Parallelen zu dem Attentat in Köln.

Von Tim Stinauer, Detlef Schmalenberg|Frankfurter Rundschau

Mitten im Wald, in der Nähe von Köln, im Frühjahr 2015. Mit einer Stichwaffe in der Hand steht eine vermummte Frau vor einem mit Jeans und schwarzem T-Shirt bekleideten Mann. Der Angegriffene wirkt ruhig, er nimmt die Hand der Frau und führt das Messer zu seinem Hals. Es sieht so aus, als ob er der Vermummten den optimalen Bewegungsablauf für den Angriff zeigen will. Anderer Tag, anderer Ort. Dieselbe Frau ist dabei, diesmal sind alle Beteiligten vermummt. Auf einer Wiese am Fluss trainiert sie mit drei weiteren Personen den Nahkampf, einer der Beteiligten hat wieder ein Messer in der Hand.

Im Internet kursieren Videos, auf denen Rechtsextreme in NRW den bewaffneten Nahkampf trainieren, unter anderem wohl auch gezielte Stiche in den Hals. Die Aufnahmen, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegen, werden derzeit auch von der Kölner Polizei und der Staatsanwaltschaft überprüft. Ein Zusammenhang zu dem Messerattentat auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker sei bislang jedoch nicht erkennbar, sagte ein Ermittler. Grundsätzlich aber sei eine „deutliche Radikalisierung“ der Szene zu beobachten. Dies betreffe auch die Frau, die auf den Videos zu sehen ist.

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CSU stemmt sich gegen EU-Beitritt der Türkei

Um den unkontrollierten Flüchtlingsstrom einzudämmen, braucht Europa die Hilfe der Türkei. Das weiß auch der türkische Präsident Erdogan und stellt hohe Ansprüche. Diese Zugeständnisse stehen im Raum. Quelle: Die Welt
Nach dem Besuch Angela Merkels in der Türkei besteht die CSU auf Grenzen der Zusammenarbeit. Zwar sei das Land ein Schlüsselstaat in der Flüchtlingskrise. Ein EU-Beitritt bleibe jedoch ausgeschlossen.

Von Thomas Sebastian Vitzthum|DIE WELT

Es gehört zu den Paradoxien, welche die Flüchtlingskrise hervorgebracht hat, dass eine CDU-Kanzlerin der Türkei nun weitere Schritte auf dem Weg zum EU-Beitritt in Aussicht stellt, obwohl ihre Partei diesen Beitritt doch eigentlich ablehnt. Daran erinnert nach dem Besuch Angela Merkels in Istanbul nun sogleich die CSU. Für sie ist klar, dass man Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht zu weit entgegenkommen dürfe.

Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, sagte der „Welt“: „Bei der Lösung der Flüchtlingskrise kommt der Türkei als Nachbar Syriens eine Schlüsselrolle zu.“ Beim Umgang mit den Flüchtlingen sei eine enge Kooperation unbedingt erforderlich. „Wir dürfen aber der Türkei nicht zu viele Zugeständnisse machen, ein EU-Beitritt steht nicht auf der Tagesordnung.“

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Justizminister Maas: Transitzonen sind in Wirklichkeit Haftzonen

Die Debatte um die Einrichtung von sogenannten Transitzonen geht weiter. Bundeskanzlerin Angela Merkel will sie, die SPD nicht. Bundesjustizminister bezeichnet sie als Haftzonen.

MiGAZIN

In der Debatte über sogenannte Transitzonen für Flüchtlinge sind die Fronten in der Bundesregierung weiter verhärtet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt auch gegen den Widerstand der SPD darauf, an den deutschen Grenzen solche Zonen einzurichten. „Wir erleben eine außergewöhnliche Situation, in der zeitweilig auch ein außergewöhnliches Mittel hilfreich sein kann“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hingegen sprach von Haftzonen. Die Polizeigewerkschaft erklärte, die Transitzonen könne nur mit einem Grenzzaun geben.

Der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt sagte der Welt am Sonntag, „Wenn wir ernst gemeinte Grenzkontrollen durchführen wollen, müssen wir einen Zaun entlang der deutschen Grenze bauen.“ Ein solcher Zaun könne eine Kettenreaktion auslösen. Er werde dazu führen, dass auch Österreich seine Grenze zu Slowenien schließe. „Genau diesen Effekt brauchen wir. Die geplanten Transitzonen kann es ohne Zaun nicht geben.“

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„Christenverfolgung“: Jammern der Bibelfundis

jesus_love_noBischofssynode: Thomas Schirrmacher (Evangelische Allianz) plädiert für öffentliche Gebete der höchsten Kirchenführer – Schirrmacher rief die Synodenväter dazu auf, mehr Solidarität mit den diskriminierten Christen in Syrien und im Irak zu zeigen.

kath.net

Christenverfolgungen müssten zu einem „Ruck durch die Weltchristenheit“ und zu mehr Solidarität mit den bedrohten Glaubensgeschwistern führen. Das fordert der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn). Er sprach am 17. Oktober in Rom bei einem Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der katholischen Bischofssynode im Vatikan. Schirrmacher vertrat den Dachverband von mehr als 600 Millionen theologisch konservativen Protestanten. Er rief die rund 270 katholischen Würdenträger aus aller Welt auf, mehr Solidarität mit den diskriminierten Christen in Syrien und im Irak zu zeigen. Seiner Ansicht nach findet dort ein Völkermord an Christen und anderen religiösen Minderheiten, etwa, Jesiden und Mandäern, statt. Der Begriff „Völkermord“ sei angemessen, da er gemäß einer UN-Definition die systematische Verfolgung, Vergewaltigung und Versklavung von Angehörigen ethnischer oder religiöser Gruppen beschreibe. Massive Einschränkungen der Religionsfreiheit gebe es auch in Pakistan, Bhutan, Nigeria, Sri Lanka, Vietnam, China und Indien sowie auf den Malediven.

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Junge Union fordert Zuwanderungsobergrenze

Foto: Junge Union BGST
Niederbayerischer Landrat will Asylbewerber mit Bussen zum Bundeskanzleramt transportieren

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Nachdem bekannt wurde, dass den Zahlen des Bundesinnenministeriums nach alleine in den letzten 40 Tagen 409.000 Asylbewerber nach Deutschland kamen, hat sich die Junge Union (JU) gestern für eine „Obergrenze für Asylbewerber“ ausgesprochen, „die mit den Institutionen und Gruppen festgelegt werden muss, die vor Ort die Flüchtlingshilfe konkret leisten“. Bundeskanzlerin Merkel lehnt solch einer Obergrenze bislang explizit ab. Diese Ablehnung äußerte sie auch auf dem Deutschlandtag der Jugendorganisation von CDU und CSU.

Ein Vertreter der JU Bayern forderte deshalb erstmals ganz offen, was in der Union seit Wochen hinter verschlossenen Türen debattiert oder nur sehr indirekt angeregt wird: Dass Angela Merkel wegen ihrer in der Dritten Welt als Lockruf verstandenen Äußerungen abgelöst wird, damit in Afrika und im Orient ein Gegensignal ankommt. Dass der bayerische JU-Vertreter dabei keine abseitige Einzelmeinung äußerte, zeigte sich unter anderem daran, dass EU-Kommissar Günther Oettinger auf dem Deutschlandtag sehr ausführlich vor einer „Personaldebatte“ warnte.

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De Maizière nennt Pegida-Organisatoren „harte Rechtsextremisten“

Ungewohnt deutlich hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor Pegida gewarnt. (Foto: dpa)
  • Bundesinnenminister de Maizière warnt in scharfen Worten vor der Pegida-Bewegung.
  • Es sei inzwischen eindeutig, dass die Organisatoren „harte Rechtsextremisten“ seien, sagte der CDU-Politiker in der ARD.
  • Die Bürger rief de Maizière dazu auf, sich klar von Pegida abzugrenzen.
  • Zum heutigen Jahrestag der Pegida-Bewegung werden in Dresden Zehntausende Demonstranten und Gegendemonstranten erwartet.

Süddeutsche.de

De Maizières klare Ansage

Einen Tag nach der Messer-Attacke auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière in ungewöhnlich scharfen Worten vor der islamfeindlichen Pegida-Bewegung gewarnt.

„Inzwischen ist es völlig eindeutig. Diejenigen, die das organisieren, sind harte Rechtsextremisten“, sagte der CDU-Politiker am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. „Sie bezeichnen Asylbewerber pauschal als Verbrecher, alle Politiker als Hochverräter. Das ist fernab jedes demokratischen Konsenses.“

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Genmanipulierte Pflanzennahrung in fünf Jahren?

Sarah / Flickr / cc-by-2.0

Das CRISPR-Verfahren zum Editieren von Genen soll schon bald neue pflanzliche Produkte hervorbringen. Die Anbieter hoffen darauf, dabei ohne strenge Regulierung auskommen zu können.

Von Antonio Regalado|Technology Review

Biotech-Giganten aus dem Agrarbereich haben begonnen, sich mit Gen-Editieren mit dem CRISPR-Verfahren zu beschäftigen. Schon Ende dieses Jahrzehnts könnten mit Hilfe dieser Technologie genetisch veränderte Pflanzen auf den Markt kommen.

DuPont teilte Anfang Oktober mit, eine Vereinbarung mit Caribou Biosciences geschlossen zu haben, einem Spin-off aus dem Labor von Jennifer Doudna an der University of California in Berkeley. Doudna hat wichtige Beiträge zu CRISPR-Cas9 geleistet, einer Technologie, die eine Art Suchen und Ersetzen in Genomen ermöglicht.

Nach Angaben von DuPont wächst in Treibhäusern bereits mit CRISPR editierter Mais und Weizen. Im kommenden Frühjahr sollen Freilandversuche beginnen.

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Der Papst will eine „Bekehrung des Papsttums“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
  • Der Papst will die Strukturen der katholischen Kirche offenbar grundlegend ändern.
  • Bischöfen und Gläubigen soll mehr Mitsprache ermöglicht werden.
  • Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, nannte die Papstrede „historisch“.

Von Matthias Drobinski|Süddeutsche.de

Papst Franziskus will die katholische Kirche weiter reformieren. Er wünscht, dass die Bischöfe der Welt und die Gläubigen stärker als bisher in der Kirche mitbestimmen. Dies bedeute auch eine „Bekehrung des Papsttums“. Der Papst „steht nicht einsam über der Kirche, sondern in ihr, als Getaufter unter Getauften und als Bischof unter Bischöfen“, sagte Franziskus anlässlich einer Feier zum 50-jährigen Bestehen der Bischofssynoden, die Papst Paul VI. 1965 als Beratungsgremium eingeführt hatte.

„Dieser Weg der Synodalität“ sei der Weg, „den Gott von der Kirche im dritten Jahrtausend erwartet“. Deshalb, so der Papst, habe er auch vor der derzeit stattfindenden Synode erstmals die Gläubigen befragen lassen. „Der synodale Weg beginnt hörend auf das Volk, das an der prophetischen Sendung Christi teilhat“, sagte Franziskus.

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Netanjahu lehnt internationale Aufsicht über Tempelberg ab

Bild: imago/Frank Brexel
Der Entwurf Frankreichs für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats sieht laut Medienberichten vor, internationale Beobachter zu entsenden. Bei Messerangriffen wurden vier palästinensische Angreifer getötet

Die Presse.com

Ungeachtet der andauernden Spannungen um den Tempelberg lehnte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag eine internationale Aufsicht des Plateaus in Jerusalem ab. Der Streit um die Juden wie Muslimen heilige Stätte gilt mit als Auslöser für die jüngste Serie der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern. Israel lehne einen entsprechenden Vorschlag Frankreichs ab, sagte Netanjahu am Sonntag während einer Kabinettssitzung in Jerusalem.

Bei einer neuen Serie von Messerangriffen auf Israelis in Jerusalem und in Hebron im Westjordanland wurden am Samstag vier Palästinenser getötet und ein weiterer schwer verletzt. Zwei Soldaten erlitten leichte Verletzungen. Nach Angaben des israelischen Rundfunks waren die Angreifer im Alter von 16 bis 18 Jahren.

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Einsteins verlorener Schlüssel

Albert Einstein 1925 in Wien. Bild: Ferdinand Schmutzer/gemeinfrei

Praktisch unbekannt geblieben ist eine Formulierung mit variabler Lichtgeschwindigkeit, die Einstein bereits 1911 ausarbeitete. Sie hätte revolutionäre Konsequenzen haben können

Von Alexander Unzicker|TELEPOLIS

Angesichts der Bedeutung Einsteins für die theoretische Physik möchte man meinen, dass sein Lebenswerk genauestens untersucht ist und seine Ideen von Forschern in aller Welt weiterverfolgt werden. Leider ist das nur bedingt so. Die Würdigung seines wissenschaftlichen Erbes konzentriert sich auf ganz wenige Arbeiten, die seinen bekannten Theorien zugrunde liegen.

Besonders prominent sind die Spezielle und die Allgemeine Relativitätstheorie, die er 1905 bzw. 1915 endgültig formulierte. Aber auch die Zwischenzeit ist hochinteressant, in der Einstein mehr oder weniger ununterbrochen mit der Theorie gerungen hat. Die Geschichte reduziert oft auf das, was sich später durchsetzte. Manchmal bleibt dabei aber ein wichtiger Aspekt auf der Strecke – so scheint es auch bei der Entstehung der Relativitätstheorie zu sein, bei der ein grundlegender Gedanke Einsteins völlig in Vergessenheit geraten ist.

Jene Version, die sich im November 1915 etablierte, als singuläre Erkenntnis zu betrachten, ist zumindest historisch nicht ganz gerechtfertigt. Einstein hatte sich 1911 an etwas noch Größerem versucht, eine Idee, die die Gravitation direkt aus den Eigenschaften des Universums zu erklären versuchte – eine Theorie mit variabler Lichtgeschwindigkeit.

Einstein, der 1905 auf der Grundlage einer konstanten Lichtgeschwindigkeit seine spezielle Relativitätstheorie hergeleitet hatte, grübelte bald danach über einer Verallgemeinerung. Was für schnelle Bewegungen richtig war, konnte auch für Gravitationsfelder gelten:

Nichts zwingt uns zu der Annahme, dass … Uhren als gleich rasch gehend aufgefasst werden müssen.

Albert Einstein

Es ist erstaunlich, wie unbekannt dieser Artikel, der immerhin in den Annalen der Physik publiziert wurde, über die Zeit hinweg geblieben ist. Der Ansatz blieb nicht nur Stiefkind der Forschung, ja es wurde sogar über die variable Lichtgeschwindigkeit geschrieben, ohne dass Einstein als Urvater der Idee Erwähnung fand. Freilich hatte Einsteins Ansatz noch mehr Potenzial: Er hätte es prinzipiell ermöglicht, eine fundamentale Naturkonstante – Newtons Gravitationskonstante – zu berechnen und damit überflüssig zu machen.

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Dresden: Schwule Flüchtlinge von Moslems gepeinigt

Die beiden homosexuellen Flüchtlinge aus Syrien Ahmad Suliman und Rami Ktifan. Bild: dpa
„Wir sollten für die Männer tanzen, wie Frauen“: Tausende Kilometer sind sie geflohen und doch nicht sicher. In Dresden werden drei schwule Syrer von muslimischen Flüchtlinge drangsaliert.

Von Sophie Rohrmeier|DIE WELT

Ahmad Suliman neigt seinen Kopf zur Seite. Er setzt seinen Finger auf die Halsschlagader unter der gespannten Haut. Hätte Suliman sich in Syrien offenbart – hätte man ihm hier seinen Kopf vom Körper getrennt. Denn die Terrormiliz IS richtet Schwule in Syrien und im Irak öffentlich hin. Sie köpft sie, steinigt sie. Vor dieser Verfolgung ist der 20-jährige Muslim geflohen, bis nach Dresden. Wo Pegida marschiert. Und wo wieder Steine gegen ihn flogen.

Ahmad Suliman sitzt unter Holzbalken im Dachgeschoss des Dresdner Ausländerrats. In Prohlis, einem Stadtteil, in dem erst einige Tage zuvor Menschen Molotowcocktails auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge geworfen hatten. Der junge Syrer weiß von den Fremdenfeinden, die hier montags durch die Stadt ziehen. Aber er fühlt sich sicher. Jetzt. Denn die Steine, die sich gegen ihn richteten, kamen nicht aus Händen von Fremdenfeinden. Sondern aus den Händen von anderen Flüchtlingen.

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Wahl in Ägypten: Im Sinne der Scharia

Wahlkampf im Alltag von Alexandria – Foto: Asmaa Waguih/Reuters
Die Armenviertel in der Hafenstadt Alexandria gelten als Hochburg der Salafisten-Partei Al Nour. Sie will das Erbe der Muslimbrüder antreten und versucht, vor allem mit sozialen Programmen zu punkten. Der Wahlkampf ist hier ein Volksfest – mit Sprechchören, Fahnenschwingern und Hymnen.

Von Astrid Frefel|DER TAGESSPIEGEL

Die Straßen sind matschig vom Regen. Hier gibt es keinen Asphalt und auch keinen Anschluss ans Gasnetz. In diesem Slum von Alexandria kennen sich Amr al Mekki und Hosni al Masri bestens aus, sie sind in der Nähe groß geworden. Die beiden Parlamentskandidaten der salafistischen Al-Nour-Partei schütteln unzählige Männerhände in kleinen Geschäften, Kaffeehäusern und an Marktständen. Überall werden sie freundlich, manchmal sogar überschwänglich begrüßt. „Nour hat die besten Kandidaten“, sagt ein junger Mann. Wie bestellt fährt dann ein Lautsprecherwagen mit Leuchtreklamen für Kandidaten vor. „Wählt am 18. und 19. Oktober Laterne und Sonnenschirm, Nummern 27 und 28“, schallt es durch die engen Gassen.

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Nahostkonflikt: Israel baut neue Mauern in Jerusalem

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Eine Gewaltwelle erschüttert Israel. In Tel Aviv und drei anderen Städten dürfen arabische Israelis angeblich nun nicht mehr an Schulen arbeiten. In Jerusalem werden neue Betonsperren errichtet.

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In Israel herrscht nach immer neuen Anschlägen auf einzelne Bürger ein Klima der Angst. Nun sollen mindestens vier israelische Städte, darunter Tel Aviv, die Beschäftigung von Arabern in Schulen verboten haben. Israelische Eltern hätten aus Angst um ihre Kinder gefordert, dass arabische Hausmeister oder Reinigungskräfte entlassen werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Nach erneuten Messerattacken auf Israelis hat die israelische Regierung am Sonntag weitere Sicherheitsmaßnahmen verkündet: Unter anderem hat die Polizei jetzt mehr Rechte und kann Personen ohne konkrete Verdachtsmomente kontrollieren. Außerdem wurde in Jerusalem eine Betonmauer aufgestellt, um ein arabisches und ein jüdisches Viertel voneinander zu trennen. In das jüdische Viertel Armon Hanatziv seien immer wieder Steine geworfen worden, hieß es als Begründung. Die Mauer solle in den nächsten Tagen noch verlängert werden.

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