Köln: Rechtsextreme probten Messerkampf


Im Internet kursieren Videos, auf denen Rechtsextreme in NRW den bewaffneten Nahkampf trainieren – unter ihnen auch eine Organisatorin aus dem Kögida-Umfeld. Ermittler prüfen mögliche Parallelen zu dem Attentat in Köln.

Von Tim Stinauer, Detlef Schmalenberg|Frankfurter Rundschau

Mitten im Wald, in der Nähe von Köln, im Frühjahr 2015. Mit einer Stichwaffe in der Hand steht eine vermummte Frau vor einem mit Jeans und schwarzem T-Shirt bekleideten Mann. Der Angegriffene wirkt ruhig, er nimmt die Hand der Frau und führt das Messer zu seinem Hals. Es sieht so aus, als ob er der Vermummten den optimalen Bewegungsablauf für den Angriff zeigen will. Anderer Tag, anderer Ort. Dieselbe Frau ist dabei, diesmal sind alle Beteiligten vermummt. Auf einer Wiese am Fluss trainiert sie mit drei weiteren Personen den Nahkampf, einer der Beteiligten hat wieder ein Messer in der Hand.

Im Internet kursieren Videos, auf denen Rechtsextreme in NRW den bewaffneten Nahkampf trainieren, unter anderem wohl auch gezielte Stiche in den Hals. Die Aufnahmen, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegen, werden derzeit auch von der Kölner Polizei und der Staatsanwaltschaft überprüft. Ein Zusammenhang zu dem Messerattentat auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker sei bislang jedoch nicht erkennbar, sagte ein Ermittler. Grundsätzlich aber sei eine „deutliche Radikalisierung“ der Szene zu beobachten. Dies betreffe auch die Frau, die auf den Videos zu sehen ist.

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