Indiens Literaturschaffende protestieren: Nehmt eure Preise zurück!


Die Ermordung des Gelehrten Malleshappa M. Kalburgi war ein Schock für liberal denkende Inder. Auch die Aam-Aadmi-Partei hielt Mahnwachen ab. (Bild: Aijaz Rahi / AP)
Ende August erschossen Unbekannte einen indischen Gelehrten, weil er Kritik am Hinduismus geübt hatte. Nun stellen sich Autoren gegen ein politisches Klima, das die Geistesfreiheit zunehmend bedroht.

Von Chandrahas Choudhury|Neue Zürcher Zeitung

Hat die Ermordung eines prominenten rationalistischen Gelehrten in Südindien am 30. August etwas zu tun mit dem Tod eines muslimischen Schmieds in Nordindien, der im September aufgrund des blossen Verdachts, Rindfleisch gegessen zu haben, von einem Mob gelyncht wurde? Hat die Regierung von Premierminister Narendra Modi in ihrer knapp anderthalbjährigen Amtsperiode ein Klima des moralischen Zwangs und des Mehrheitsdünkels über das Land gebracht, wie man es zuvor nie kannte? Verliert Indien, während es ein jährliches Wirtschaftswachstum von 7 Prozent anstrebt, um Millionen Menschen aus der Armut zu befreien, in gleichem Mass an Toleranz und intellektueller Diversität?

weiterlesen