Deutsche foltern für den Geheimdienst des IS


IS-Kämpfer der Gruppe ‚lion cubs‘ in einem Ausbildungslager in Tal Afar, nahe Mossul, im Norden des Irak. (Foto: AP)
  • IS-Rückkehrer Nils D. berichtet, dass Deutsche für den Geheimdienst der Terrormiliz Islamischer Staat arbeiten und foltern.
  • Gefangene würden so lange gequält, bis sie gestehen. Auch gebe es einen regelrechten „Hinrichtungsmarktplatz“.
  • D.’s Schilderungen fügen sich ein in die Berichte anderer IS-Rückkehrer.

Von Lena Kampf, Georg Mascolo|Süddeutsche.de

Deutsche Dschihadisten arbeiten beim Geheimdienst der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und foltern dort offenbar. Das ergibt sich nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR aus den Aussagen des IS-Rückkehrers Nils D., der von Oktober 2013 bis November 2014 in Syrien war.

Acht dieser dreizehn Monate verbrachte der Rückkehrer nach seinen eigenen Angaben in einer Einheit, die sich „Sturmtrupp“ nannte und für die Festnahme von Deserteuren und sogenannten Abweichlern zuständig war. Zudem arbeitete er in einem IS-Gefängnis. In der Einheit, so die Angaben von Nils D., waren noch weitere Deutsche aktiv. Der Generalbundesanwalt bezeichnet sie als „Abteilung Innere Sicherheit“ des IS.

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