Akif Pirinçci: „Die große Verschwulung“ erscheint trotzdem


Kaum ein Manufactum-Kunde hätte sich denken können, welch Geist in den guten Packpapier-Tüten haust. Foto: Imago
Trotz der umstrittenen KZ-Äußerungen von Akif Pirinçci liefert der Manuscriptum Verlag in dieser Woche das neue Buch des Autors „Die große Verschwulung“ aus.

Von Harry Nutt|Frankfurter Rundschau

Eine entschlossene verlegerische Haltung sieht anders aus. Die Manuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG liefert in dieser Woche wie geplant das neue Buch des deutsch-türkischen Schriftstellers Akif Pirinçci aus, der spätestens wegen seiner KZ-Äußerungen auf der Dresdener Pegida-Versammlung vom Montag als Persona non grata des Literaturbetriebs gilt. Mit immer drastischeren Tönen hatte Pirinçci sich in das Umfeld der Pegida-Demonstranten begeben, denen er bereits im Dezember 2014 mit den Sätzen einheizte: „Ihr seid Deutsche, keine feigen Ratten. Es lebe das heilige Deutschland.“

Thomas Hoof, der Verlagsgründer von Manuscriptum, gibt sich einsilbig zu den Vorgängen um seinen Autor, gegen den inzwischen Ermittlungen wegen Volksverhetzung eingeleitet wurden. Das Buch mit dem provozierenden Titel „Die große Verschwulung“ werde erscheinen, aber man habe sich bereits vor einiger Zeit von dem Autor getrennt, und nach dem Vorfall in Dresden sei man nicht weniger unglücklich über diese Trennung als vorher, so Hoof, der Pirinçcis Entgleisungen in Dresden als „unselige Äußerungen“ bezeichnete. Mehr gebe es aus Sicht des Verlags zu der Angelegenheit jedoch nicht zu sagen.

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