Quantenphysik: Einstein würde sich die Haare raufen


Albert Einstein © REUTERS/Lucy Nicholson
Zu seltsam, um wahr zu sein: So schätzten Einstein und andere Forscher die Quantenmechanik ein. Sie suchten nach Auswegen – doch die sind nun wohl endgültig versperrt.

Von Dirk Eidemüller|ZEIT ONLINE

Die Welt der Quantenphysik ist sonderbar. Da gibt es Teilchen, die sich gleichzeitig entlang unterschiedlicher Pfade bewegen; spukhafte Korrelationen, bei denen weit voneinander entfernte Teilchen in ihren Eigenschaften miteinander verknüpft sind; Überlagerungszustände, wobei erst eine Messung entscheidet, ob sich ein Teilchen letztlich für dieses oder jenes Dasein entscheidet.

Albert Einstein, andere Physiker und Philosophen haben die Quantenmechanik – eine Teildisziplin der Quantenphysik – wegen dieser seltsamen Eigenschaften stets abgelehnt. Sie hofften, es ließe sich eine weniger merkwürdige Theorie aufstellen. Bisher ohne Erfolg. Und jetzt hat auch noch das gegnerische Lager einen wichtigen Punkt gemacht: Niederländischen Wissenschaftlern der TU Delft gelang ein Experiment, mit dem sie die Unausweichlichkeit der Quantenmechanik eindrucksvoll demonstriert haben (Nature, Hensen et al., 2015). Zwar ist die Quantenmechanik seit Jahrzehnten hervorragend bestätigt, aber alternative Theorien mit einem alltagstauglicheren Weltbild waren zumindest logisch möglich. Bei allen bisherigen Experimenten zu den Grundlagen der Quantenphysik waren nämlich sogenannte Schlupflöcher offen geblieben.

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