Für Flüchtlinge lauert in der Sahara der Tod


Einer der „Exodus-Männer“: Schlepper, auf Kundschaft wartend. Foto: rtr
Auf ihrer Flucht Richtung Europa durchqueren Tausende Afrikaner die Sahara. Experten schätzen, dass die Wüste fast genauso vielen Menschen zum Verhängnis wird wie das Mittelmeer. Ein Besuch bei Schleusern.

Von Johannes Dieterich|Frankfurter Rundschau

Die Hitze brennt wie ein Bügeleisen auf der Haut. Harmattan, der Wüstenwind, fegt den Staub durch die Straßen der Stadt: Erbarmungslos setzt sich der feine Sand in den Augen, auf den Zähnen und in den Ohrmuscheln ab. Wer es sich leisten kann, zieht sich jetzt hinter die dicken Mauern einer Auberge zurück – und dabei ist es noch nicht einmal Mittag in Agadez, Hauptstadt der gleichnamigen Region Agadez in Niger.

Trotzdem scheint alle Welt auf den Beinen zu sein. Auf einem Straßenmarkt im Zentrum der Stadt sucht sich eine Gruppe Ghanaer Axtstiele aus Holz aus, die ihnen bei der bevorstehenden Fahrt durch die Sahara auf der Ladefläche eines der „Taliban“ genannten Pick-ups als Haltegriffe dienen sollen. Spindeldürre Jungs aus Gambia decken sich mit Wasserkanistern ein, ohne die sie die viertägige Reise durch die Wüste nicht überleben würden.

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