„Die Menschen haben nicht beschlossen zu fliehen“


Tausende Flüchtlinge sind auf der Balkanroute unterwegs in die EU. Grenzen werden geöffnet und wieder geschlossen, an den Übergängen spielen sich dramatische Szenen ab. Am Sonntag wird es bei einem Treffen von EU-Regierungschefs erneut um die Krise gehen. Christian Vietz ist mit der medizinischen Hilfsorganisation humedica an der serbisch-mazedonischen Grenze im Einsatz.

Von Juliane Ziegler|evangelisch.de

Wo sind Sie mit humedica derzeit genau mit humedica?

Christian Vietz: humedica versucht dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Das heißt in diesem Falle, dass wir mit zwei Transportern in Kaufbeuren gestartet sind und auf diesem Einsatz schon in verschiedenen Orten gearbeitet haben. Momentan sind wir im südserbischen Presevo. Die Signifikanz dieses Ortes liegt darin, dass sich jeder, der über Griechenland oder Mazedonien über Serbien gen Norden möchte, sich hier registrieren muss.

Wie sieht der Einsatz von humedica aus?

Vietz: Ehrenamtliche, die eine Schulung bei humedica gemacht haben und in einer Art Pool registriert sind, bekommen vor einem Einsatz eine sogenannte Alarmierung. Wenn sie geklärt haben, dass sie aus ihren jeweiligen Verpflichtungen rauskommen, um an dem Einsatz teilzunehmen, geht es los. In der Regel sind die Freiwilligen dann zwei bis drei Wochen vor Ort, nicht länger. Die Realität eines Einsatzes fordert einen hohen Tribut – wenig Schlaf, emotionale Belastung -, deshalb die begrenzte Zeit.

Unser momentanes Team besteht aus zwei Ärzten, einer Krankenschwester und zwei Koordinatoren, davon bin ich einer. Wir sind dafür verantwortlich, die Rahmenbedingungen zu setzen: Logistik, Verpflegung, Unterbringung, Absprachen mit anderen Hilfsorganisationen – alles, was notwendig ist, damit die Ärzte arbeiten können.

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