Signifikante Zweifel am Christengott – Wolfgang Huber


Quelle:dradio.de
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Deutschland wird muslimischer. Eine indifferente Toleranz führt dabei nicht weiter. Glauben heißt, zu den eigenen Überzeugungen zu stehen und die Überzeugungen anderer zu respektieren.

Von Wolfgang Huber|Süddeutsche.de

Beim gegenwärtigen Flüchtlingszustrom nach Deutschland spielen die Kirchen und ihre Gemeinden eine wichtige Rolle. Sie laden ankommende Flüchtlinge ein, organisieren Deutschkurse, sammeln Nahrungsmittel, Kleidung und Spielzeug, beteiligen sich an der politischen Debatte über gute Wege der Integration. Die deutsche Gesellschaft insgesamt reagiert mutig und hilfsbereit auf die Krise. Das macht Hoffnung, dass das Land der „Religion im Plural“ gewachsen ist. Denn viele der Flüchtlinge werden bleiben, neue Konflikte werden entstehen.

Schon jetzt zeigt sich, dass die unterschiedliche Herkunft der Schutzsuchenden Spannungen erzeugt. Traumatische Erfahrungen auf den Irrwegen der Flucht schlagen in Aggression um. Auch religiöse Unterschiede bergen Konfliktstoff. Muslime, Christen, Jesiden und andere religiöse Gruppen suchen Asyl. Wie oft Streitigkeiten zwischen Flüchtlingen einen religiösen Hintergrund haben, lässt sich schwer ermitteln. Aber die Befürchtung besteht, dass – beispielsweise bei syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen – christliche Minderheiten von muslimischen Mehrheiten bedrängt werden.

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