Vorläufiges Vertriebsverbot der Sammelpublikation „Ökonomie und Gesellschaft“ durch BMI


Bild: BMI/FB
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Das Bundesministerium des Innern (BMI) hat auf Initiative der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) den Vertrieb der von Bettina Zurstrassen (Universität Bielefeld) wissenschaftlich verantworteten Sammelpublikation „Ökonomie und Gesellschaft“, erschienen in der bpb-Schriftenreihe „Themen und Materialien“, (vorläufig) untersagt.

Deutsche Gesellschaft für Soziologie

In der Publikation werden in einzelnen Beiträgen ökonomisch geprägte politische und gesellschaftliche Probleme auch aus soziologischer, politikwissenschaftlicher und volkswirtschaftlich heterodoxer Perspektive unterrichtsmethodisch aufgearbeitet. Das BMI begründet sein vorläufiges Vertriebsverbot mit dem Verstoß gegen den Beutelsbacher Konsens (Überwältigungsverbot und Kontroversitätsgebot).

Der inzwischen mit der Überprüfung des BDA-Vorwurfs betraute Wissenschaftliche Beirat der bpb kommt mehrheitlich zu dem Schluss, dass der Vertrieb der Publikation als unproblematisch anzusehen ist.

In der Kritik der BDA stehen drei der neun Beiträge, die kritische Perspektiven auf wirtschaftspolitischen Lobbyismus werfen oder alternative, auch soziologisch fundierte wirtschaftstheoretische Ansätze aufgreifen. In skandalisierender Absicht hat die BDA den Autor/innen Zitate zugeschrieben, die nicht von ihnen stammen, Zitate verkürzend aus dem Kontext gerissen und Zitate durch nicht markierte Auslassungen verfälschend dargestellt. Zum Teil werden als Beleg für die Kritik auch Zitate aufgeführt, die aus Zeitungsartikeln entnommen wurden, die in den Unterrichtsmaterialien abgedruckt sind.

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