Warum Wolfgang Huber nicht über fremdes Sterben bestimmen sollte


Quelle:dradio.de
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Anfang November entscheidet der Bundestag über vier Gesetzentwürfe zur Sterbehilfe. Hoffentlich richtig, sagt der Theologe Wolfgang Huber.

Von Wolfgang Huber|DER TAGESSPIEGEL

Der Deutsche Bundestag steht vor einer wichtigen Entscheidung über den Umgang mit Leben und Tod. Zwei gegensätzliche Richtungen prallen aufeinander. Die einen wollen verhindern, dass Beihilfe zum Suizid in immer stärkerem Maß angeboten, ja „vermarktet“ wird. Die anderen wollen erreichen, dass die Suizidassistenz als ärztliche Aufgabe anerkannt wird. Die Debatte ist deshalb so schwierig, weil nicht unterschiedliche Lösungen für ein und dasselbe Problem angeboten werden. Man ist sich über die Problemstellung nicht einig.

In diesem Herbst entscheidet der Bundestag über mehrere Gesetzentwürfe zur Sterbehilfe

Eine Gruppe um die Abgeordneten Peter Hintze (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) will unterschiedliche Regelungen in den ärztlichen Berufsordnungen durch einen Einschub in das Bürgerliche Gesetzbuch überbieten. Zwar ist die Uneinheitlichkeit der standesrechtlichen Regelungen misslich. Aber sie muss von der Ärzteschaft selber behoben werden. Dabei ist festzuhalten, dass Suizidassistenz grundsätzlich nicht zu den ärztlichen Aufgaben gehört. Denn die Vorstellung, Ärzte könnten diese „Dienstleistung“ anbieten oder gar abrechnen, ist mit dem ärztlichen Ethos nicht vereinbar. Doch solche Vorbehalte sollen nach dem Wunsch der Gruppe Hintze/Lauterbach verschwinden.

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