Katholische Bischöfe bleiben bei Familienfragen vage


270 Bischöfe und Kardinäle waren zur Synode in Rom zusammengekommen. – Foto: AFP
Die Bischofssynode über Ehe und Familie äußert sich nicht direkt zur Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion.

Von Paul Kreiner|DER TAGESSPIEGEL

„Viele Journalisten werden Schwierigkeiten haben herauszufinden, was die Botschaft der Synode ist und was ihre positiven Elemente waren.“ Dieses Fazit des Wiener Kardinal Christoph Schönborn vom Reformflügel der katholischen Kirche beschreibt gut das Ergebnis der römischen Welt-Bischofssynode zu Fragen der Ehe- und Familienmoral in Rom: Bereits vor der Schlussabstimmung am Samstag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) zeichnete sich ab, dass es keine greifbaren Ergebnisse geben würde. Aus Schönborns Sicht besteht die Botschaft in einem „großen Ja zur Familie“. Er führte nicht aus, wo der Unterschied zur bisherigen Situation liegen könnte.

Für wiederverheiratete Geschiedene bleiben Beichte und Kommunion tabu

Genau bei den Themen, die ebenso öffentlichkeitswirksam wie strittig waren, gibt es – bis zu einem entscheidenden Wort des Papstes – keine Änderungen: Für wiederverheiratete Geschiedene bleiben Beichte und Kommunion tabu; das Thema sei „nicht direkt“ angesprochen worden, sagte Schönborn, sondern „obliquo“ – ein italienisches Wort, das sowohl „indirekt“ als auch „schief“ bedeuten kann.

weiterlesen