Die wundersame Welt des Polizeihysterikers Rainer Wendt


Rainer Wendt, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Polizeihysteriker Rainer Wendt lässt schon mal Atomkraftwerke hochgehen, um seinen diversen Vorschlägen für einen polizeilicheren Staat Nachdruck zu verleihen. Bislang dienten ihm die Horden an Terroristen als Bösewichter, um alle mögliche Forderungen nach mehr Personal und Befugnissen zu legitimieren. Wendts innovative Konzepte wie die virtuelle Streifenfahrt per Google Street View stoßen bei Fachleuten nicht notwendig auf Verständnis.

Von Markus Kompa|TELEPOLIS

Nun hat der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft auch die Flüchtlingskrise entdeckt, um sich zu profilieren. So diktierte Wendt Journalisten in die Feder, durch entsprechende Beanspruchung der Polizei sei etwa die Verkehrsüberwachung zum Erliegen gekommen. Dabei wies er auf einen Anstieg der Verkehrstoten hin. Die gleichlautenden Horror-Headlines und weiteres hierzu hat BILDblog gesammelt.

Doch den suggerierten Zusammenhang scheint es genauso wenig zu geben wie bei Wendts anderen Schnurren. Kritische Journalisten recherchierten etwa beim Statistischen Bundesamt nach, das die unterschiedliche Häufigkeit von Verkehrstoten mit unterschiedlicher Witterung erklärt. So seien im August 2014 wegen des extrem schlechten Wetters weniger ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer auf den Straßen gewesen.

Zu den ungeschützten Fußgängern könnte bald vielleicht auch Wendt persönlich gehören. So hatte Wendt kürzlich Führerscheinentzug bei Haßkommentaren gefordert. Sollte ein solches Verbot kommen, könnte man dies vielleicht auch auf Personen des öffentlichen Lebens ausdehnen, die leichtfertig Gerüchte streuen und damit den Boden für irreale Ängste und Haß bereiten.