Quacksalber-Tagung an TU München: Wenn Scharlatane die Uni räuchern


Das Audimax der TUM auf dem Stammgelände (Werner-von-Siemens-Hörsaal). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Die TU München setzt ihren guten Ruf aufs Spiel: Drei Tage fand dort eine Tagung mit Wunderheilern, Schamanen und Esoterikern statt. Sie behaupten, Malaria mit Zahlen heilen zu können, empfehlen Chlorbleiche als Medizin. Warum lässt die Uni das zu?

Von Silvio Duwe|SpON

Universitäten sind ein Hort der Wissenschaft – so sollte es zumindest sein. Denn immer wieder versuchen Schamanen und Wunderheiler, die Hörsäle zu erobern, manchmal sind sie sogar erfolgreich.

An Münchner Universitäten jedoch hat sich der pseudowissenschaftliche „Weltkongress der Ganzheitsmedizin“ einen festen Platz erarbeitet. Die Veranstalterin, die Eventmanagerin Christine Herrera Krebber, verspricht den zahlenden Gästen ein buntes Programm mit Heilern, Schamanen und Wissenschaftlern aus aller Welt.

Doch was hat das Programm mit Wissenschaft zu tun? Im Angebot sind so obskure Workshops wie der zum schamanischen Röntgenblick, mit dem Heiler angeblich ohne technische Hilfsmittel den Zustand der Organe sehen sollen. Ein Heilpraktiker referiert über die geomantische Bedeutung der Mistel bei Krebs. Geomantie ist eine Form des Hellsehens.

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