Erdogans Handeln ist „purer Wahnsinn


Am Mittwochmorgen in Istanbul: Von links drängt die Polizei, von rechts halten Journalisten dagegen. Foto: dpa
Die türkische Polizei stürmt vier Tage vor den Wahlen die Redaktionsräume eines regierungskritischen Medienkonzerns, unter anderem wegen seiner „auffällig fehlerfreien Buchführung“. Journalisten werden verletzt, Oppositionspolitiker attackiert. Ein Politologe erkennt Erdogans Hand hinter der Operation.

Von Frank Nordhausen|Frankfurter Rundschau

Vier Tage vor den Parlamentswahlen hat die türkische Polizei in einer beispiellosen Operation die Redaktionsräume eines regierungskritischen Medienkonzerns in Istanbul gewaltsam gestürmt. Mehrere Journalisten wurden verletzt und in Handschellen abgeführt, allen Angestellten der Zugang zur Redaktion untersagt. Auch Oppositionspolitiker, die ihre Solidarität mit den bedrohten Fernsehsendern zeigen wollten, wurden von der Polizei attackiert. Die Polizeiaktion folgte einem Gerichtsbeschluss gegen die Koza-Ipek-Mediengruppe, Teil einer großen Wirtschaftsholding, der die Übergangsregierung der islamisch-konservativen AKP Unterstützung des Terrorismus vorwirft. Das Unternehmen weist die Vorwürfe strikt zurück.

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