Islamischer Staat: „Ein paar Stunden noch und sie hätten mich hingerichtet“


Eine der 69 ehemaligen IS-Geiseln bei einem Termin in Erbil. (Foto: REUTERS)
Kurdische und US-amerikanische Soldaten haben 69 Menschen aus einem IS-Gefängnis befreit. Nun haben einige von ihrem Leid erzählt.

Von Benedikt Peters|Süddeutsche.de

Das Gewehrfeuer ist ohrenbetäubend, als der Mann ins Freie tritt. Er blickt hektisch nach links, nach rechts, bleibt dann stehen. Wie erstarrt. Und hebt die Hände, als wolle er sagen: „Erschießt mich nicht!“ Ein Soldat zieht ihn schnell weiter. Hinter ihm, so zeigt es das Video, treten immer mehr Männer ins Freie. Sie tragen weiße Nachthemden, sonst nichts. Einige pressen die Hände auf die Ohren, denn das Gewehrfeuer reißt nicht ab. Angst steht auf den Gesichtern. Doch sie sind jetzt frei.

Vergangenen Donnerstag haben US-Soldaten gemeinsam mit Kämpfern der kurdischen Peschmerga ein Gefängnis der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) nahe der irakischen Stadt Hawija gestürmt. Dabei wurden 69 Geiseln befreit. Nun haben sich einige von ihnen in der New York Times geäußert. „Ein paar Stunden noch, und sie hätten mich hingerichtet“, sagte einer der Gefangenen. Nach US-Angaben hatte der IS eine Massenexekution der Geiseln geplant. Ihre Geschichten ermöglichen eine Innenansicht der Gefängnisse des IS.

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