Flüchtlingskrise: „Zeit, das Desaster zu beenden“


35 Bischöfe aus 20 Ländern haben am Donnerstag darüber beraten, wie protestantische, orthodoxe, katholische und anglikanische Kirche mit der Flüchtlingskrise umgehen können. In der Flucht so vieler Menschen würden viele Christen „eine tiefe Krise des Lebens und der Sicherheit“ erkennen, hieß es. Doch Flüchtlinge seien nicht nur Bürden, sondern ebenso Geschenke.

Von Lilith Becker, Michael Güthlein|evangelisch.de

Konkret versprachen die Kirchenoberen, mit ihren jeweiligen Regierungen in Kontakt zu treten und ihr globales Netzwerk als Kirchen zu nutzen. Sie riefen die europäischen Regierungen dazu auf, im Sinne der Menschenwürde zusammenzuarbeiten. „Flüchtlinge müssen mit Würde behandelt werden. Jeder Mensch ist ein Abbild Gottes“, sagte Heinrich Bedford-Strohm, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD).

Gemeinsam mit Olav Fykse Tveit, dem Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen in Genf, hatte er 35 Bischöfe aus 20 Ländern nach München eingeladen, ein gemeinsames Zeichen der christlichen Kirchen für die Menschenwürde zu setzen. „Das kann nicht sein, dass wir einen unbewältigten Konflikt in der Geschichte zurücklassen. Es ist Zeit, das Desaster zu beenden“, sagte Olav Fykse Tveit.

Der orthodoxe Metropolit Gabriel von Nea Ionia und Filadefia in Griechenland sagte, sein Land stünde im Herzen des Konflikts: „Wir müssen der Welt beweisen, dass Solidarität in Europa existiert. In unserem christlichen Glauben zählt nur das, was wir tun, zählt nur, wenn wir die Liebe Christi auch praktizieren.“

weiterlesen