Kampf dem Patriarchat? Rassismus im feministischen Gewand


Computerbefehl für „Ende des Patriarchats“ © gaelx auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Wenn es um Geschlechtergerechtigkeit unter Muslimen geht, preschen seltsamerweise Personen vor, die sonst wenig mit diesen Themen zu tun haben. Das verwundert nicht. Denn im Grunde geht es gar nicht um Geschlechtergerechtigkeit.

Von Magdalena Müssig|MiGAZIN

Julia Klöckner spricht von Männern mit mittelalterlichem Frauenbild, Harald Martenstein ist der Meinung, die Deutschen müssten „selbstbewusst, hart und autoritär“ sein, um Geflüchteten die Gleichberechtigung der Frau zu lehren, und Birgit Kelle hält es für notwendig, männlichen Geflüchteten zu erklären, „dass 15-jährige Mädchen auch leicht bekleidet hierzulande kein Freiwild sind“.

Dies sind nur drei Beispiele für Stimmen im aktuellen Diskurs um Geflüchtete, die die ‚Integrierbarkeit‘ von muslimischen Geflüchteten anzweifeln – diese bringen angeblich ein Geschlechterverständnis mit, das so gar nicht mit dem Wertesystem der deutschen Gesellschaft vereinbar ist.

Klöckner, Martenstein und Kelle sind sonst nicht gerade für ihren Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit bekannt. Und sie sind nicht alleine: Auf einmal schreiben sich Menschen den Kampf gegen das Patriarchat auf die Fahne, die bisher den Begriff Feminismus nur mit schmerzverzerrtem Gesicht aussprechen konnten. Woher kommt dieses plötzliche breite Interesse daran, das Patriarchat zu bekämpfen?

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