Im Netz tobt der Abwehrkampf gegen die Moderne


Bild von der gestrigen Pegida-Demo. Twitter
Bild von der gestrigen Pegida-Demo. Twitter
Die digitale Zivilgesellschaft muss dagegen halten, mit völlig neuen Strategien politischer Bildung, sagt die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung.

Von Anetta Kahane|DER TAGESSPIEGEL

Noch nie war so viel Hass unterwegs. Gegen Flüchtlinge und Einwanderer, gegen People of Color, gegen Schwule, auch gegen Behinderte, kurz: der Hass im Netz richtet sich gegen die Idee der Emanzipation im Allgemeinen. Es ist, als wollten die Hasser einen Zustand wiederherstellen wie er vor Jahrzehnten war. Noch nie haben diskriminierte Gruppen so viele Rechte erkämpft wie seit dem Ende des. Denken wir nur an das Frauenbild der 1950er Jahre oder an den Umgang mit Homosexualität. Erinnern wir uns daran, welche Erleichterungen es seit damals für Behinderte gegeben hat. Der Umgang mit Migranten und People of Color, hat sich ebenfalls verändert. Gewiss reicht das lange nicht, doch rassistische Grobheiten und Diskriminierungen sind öffentlich weitgehend geächtet. Und zumindest im Westen Deutschlands leugnet niemand mehr ernsthaft die Tatsache, dass wir in einer Einwanderungsgesellschaft leben. Auch hier hat es einige Fortschritte gegeben, auch hier entstand Normalität. Die Welt insgesamt ist kosmopolitischer in ihren Ideen und der Mobilität der Menschen geworden.

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