
Südostasien liegt unter einer beißenden Qualmwolke. Tausende Waldbrände bedrohen Mensch und Tier und machen Indonesien zum derzeit größten Klimakiller. Zugleich verschärft der Klimawandel die Umweltkatastrophe – ein Teufelskreis.
Von Wolfgang Hassenstein|greenpeace magazine
Aus Indonesien erreichen uns in diesen Tagen apokalyptische Bilder und Zahlen. Eine Glocke aus gelblichem Qualm hüllt weite Teile des Landes ein, im Süden der Insel Sumatra liegt die Sicht teils bei unter 50 Metern. Indonesiens Sozialminister Khofifah Indar Parawansa räumte ein, dass rund eine halbe Million Menschen an Atemwegsinfektionen erkrankt sind, seit im Juli die ersten unkontrollierten Waldbrände aufflammten; 19 Todesopfer wurden bestätigt. Überdies bringen die Feuer jeden Dritten der letzten 60.000 Orang-Utans in Gefahr. Die Rauchschwaden ziehen auch über Nachbarstaaten wie Malaysia und Singapur, machen dort Menschen krank und führen zu diplomatischen Spannungen.
Ursache der Luftverschmutzung sind brennende Wälder und Moore. Via Satellit wurden in diesem Jahr bereits mehr als 117.000 solcher Brände registriert. Viele werden absichtlich gelegt, um Platz für Ölpalmen zu schaffen. In großem Stil entwässern Palmölfirmen sumpfigen Waldboden, um neue Plantagen anzulegen. Indonesien ist der größte Palmölproduzent der Welt – der Rohstoff gelangt in großem Stil auch nach Deutschland und findet sich in Fertiggerichten, Margarine, Kosmetika oder Brennstoffen wieder. Die Initiativen westlicher Konzerne, kein Palmöl aus Urwaldrodungen mehr zu beziehen, konnten bisher den Druck auf den Urwald insgesamt nicht lindern.