Forschung: Geht es ohne Mäuse?


Bild: animalequality.de
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Viele Tierversuche in der Medizin sind unnötig, sagt der Konstanzer Forscher Marcel Leist. An der Uni Ulm erntet er mit dieser These Widerspruch: Grundlagenforschung ohne Maus und Co. sei unmöglich.

Von CHRISTOPH MAYER|SÜDWEST PRESSE

Tierversuche finden die meisten Menschen entsetzlich. Man hat vielleicht Bilder von gefesselten Affen mit Elektroden am Kopf oder von Hasen mit abgezogenem Fell vor Augen. Doch seit den 1980er Jahren sind Tierversuche in der industriellen Forschung, auch dank strengerer Tierschutzgesetze, um mehr als 90 Prozent zurückgegangen.

Anders in der Medizin: Millionen von Mäusen und Ratten werden Jahr für Jahr zu Forschungszwecken geopfert, bekommen Krebszellen eingepflanzt oder werden – besonders scheußliches Beispiel – mit Eisengewichten platt gemacht, um ein Polytrauma zu simulieren. Tierversuche geschehen nicht an anonymen Orten, sondern auch ganz in der Nähe auf dem Oberen Eselsberg. Die medizinische Forschung ist ein Pfund, mit dem die Uni Ulm wuchert. Sie hält sich sogar ein Tierforschungszentrum.

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