Konkordatslehrstühle: Verfassungsklage abgewiesen


Ulla Wessels (*1965) ist Professorin für Praktische Philosophie an der Universität des Saarlandes. Sie ist Mitglied der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung. (Foto: Evelin Frerk/oh)
Gericht beendet nach fünf Jahren Streit um Konkordatslehrstuhl

Von Katja Auer|Süddeutsche.de

Fünf Jahre liegt das Ganze zurück, und Ulla Wessels ist längst Professorin in Saarbrücken. Trotzdem ist der Streit um die Besetzung eines Lehrstuhls an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen erst jetzt beendet worden. Vom Bundesverfassungsgericht.

Als 2010 ein Lehrstuhl für praktische Philosophie in Erlangen ausgeschrieben wurde, bewarb Wessels sich und gelangte mit 20 Bewerbern in die Runde der qualifizierten Kandidaten. Aber nicht weiter. Für die Professorin aus einem einzigen Grund: Sie ist keine Katholikin und die Stelle, die sie gerne gehabt hätte, war einer von 21 Konkordatslehrstühlen im Freistaat. Das sind solche, bei deren Besetzung die Bischöfe mitreden dürfen, so ist es im Konkordat zwischen Bayern und dem Heiligen Stuhl aus dem Jahr 1924 geregelt. Dabei geht es nicht nur um Lehrstühle für katholische Theologie, sondern auch um solche für Philosophie, Pädagogik und Gesellschaftswissenschaften – Fachbereiche, die alle späteren Lehrer durchlaufen müssen. Ganzen Lehrergenerationen werde so „die katholische Soziallehre systematisch eingebläut“, klagte schon 1977 die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Eine Popularklage wurde damals abgewiesen.

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