„Der Klimawandel ist real“


Christiana Figueres. Bild: UNFCCC
Die Energie- und Klimawochenschau: Von unzureichenden Selbstverpflichtungen, diplomatischen Hoffnungen, einem Bündnis der besonders Gefährdeten und von costa-ricanischer Entwicklungshilfe

Von Wolfgang Pomrehn|TELEPOLIS

Noch vier Wochen bis zur diesjährigen UN-Klimakonferenz. Wird in Paris diesmal endlich ein internationaler Klimaschutzvertrag für die Zeit nach 2020 herauskommen? Und wenn ja, wie wird er aussehen? Umweltorganisationen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen aus Frankreich und vielen anderen Ländern bereiten sich auf massive Proteste vor.

Und das ist wohl auch bitter nötig. Vergangene Woche stellte Christiana Figueres, die als Generalsekretärin des Sekretariats der UN-Klimarahmenkonvention in Bonn die Verhandlungen leitet, die bisher eingegangen Selbstverpflichtungen der Staaten vor. Das Ergebnis war für jene, die auf Einsicht gehofft hatten, ernüchternd.

Die bisher abgegebenen Versprechen, so hatte bereits im Vorfeld die Internationale Energie-Agentur (IEA) ausgerechnet, reichen besten Falls, um die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,7 Grad Celsius zu begrenzen – wenn sie denn tatsächlich umgesetzt werden.

Figueres gab sich dennoch optimistisch. Die costa-ricanische Diplomatin, die sich seit zwei Jahrzehnten beruflich für Klimaschutz und erneuerbare Energieträger engagiert, hofft, dass die Selbstverpflichtungen in einen neuen Klimaschutzvertrag einfließen, der in Paris verabschiedet werden soll. Insbesondere setzt sie darauf, dass dieser Vertrag diesmal als ein offener, alle wichtigen Staaten einschließender Prozess angelegt, in dem dann im weiteren Verlauf nach und nach ehrgeizigere Klimaschutzziele verhandelt werden können.

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