Indien streitet über religiöse Toleranz


Premierminister Modi und seine Partei tragen nur wenig dazu bei, radikale Hindus in die Schranken zu weisen. (AFP / Money Sharma)
Den Anfang machten die Schriftsteller, dann folgten Professoren, Wissenschaftler, Regisseure und Schauspieler. Zahlreiche indische Intellektuelle beklagen eine wachsende Intoleranz und machen die Regierung von Premierminister Narendra Modi dafür verantwortlich. Aus Protest geben sie staatliche Preise zurück.

Von Sandra Petersmann|Deutschlandradio Kultur

Indiens Bollywood-Superstar Sha Rukh Khan hat gerade seinen 50. Geburtstag gefeiert. Er macht sich Sorgen um sein Land:

„Wenn wir weiter über Religion streiten, verabschieden wir uns ins Mittelalter. Es gibt nichts Schlimmeres als religiöse Intoleranz. Das ist einfach nur schockierend und bringt kein Land auf der Welt nach vorne.“

Gewalt gegen Kunst und Künstler. Übergriffe auf religiöse Minderheiten. Brutale Morde aus religiösen Gründen. Die Ereignisse der vergangenen Monate zeigen ein Indien mit einer hässlichen Fratze.

„Hindus verwandeln sich in Dschihadisten“

Ende September knüppelte ein rasender Hindu-Mob einen muslimischen Dorfschmied zu Tode, nachdem er fälschlicherweise beschuldigt worden war, Rindfleisch gegessen zu haben. Kühe sind für gläubige Hindus heilige Tiere, viele Bundesstaaten verbieten Schlachtung und Konsum. Die Regierung diskutiert ein nationales Schlachtverbot.

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