Ahmad Mansour über die „Generation Allah“


Der Psychologe und Autor Ahmad Mansour (Deutschlandradio / Torben Waleczek)
Ahmad Mansour war selbst Islamist. Inzwischen hilft er jungen Extremisten, sich zu deradikalisieren. Geboren in Israel, lebt der Psychologe seit gut zehn Jahren in Berlin. Jetzt hat er sein erstes Buch geschrieben. Der Titel: „Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen.“

Ahmad Mansour im Gespräch mit Andreas Main|Deutschlandfunk

Navid Kermani, Hamed Abdel-Samad, Mouhanad Khorchide – in diesem Herbst haben sich sehr unterschiedliche muslimische Autoren zu Wort gemeldet. Und zwar ausgesprochen markant. In diese Reihe gehört auch Ahmad Mansour. In verschiedenen Projekten hat er sich eingesetzt gegen religiösen Extremismus und Antisemitismus in der muslimischen Gemeinschaft. Mansour weiß, wovon er redet: Er geht in die Schulen, redet mit jenen jungen Leuten, die in islamistische Kreise geraten.

Andreas Main: Ahmad Mansour, lassen Sie uns beginnen mit dem Ist-Zustand, bevor wir auf Ihre Lösungsvorschläge kommen. Politiker dürfen sich nicht länger hinter gut gemeinten, vermeintlich toleranten Formeln verstecken, lese ich bei Ihnen. Was bringt Sie da besonders auf die Palme?

Ahmad Mansour: Wie oberflächlich die Debatten laufen und wann die Debatten überhaupt laufen. Also, wir haben mit dem Thema Islamismus seit Jahren zu kämpfen, auf kommunaler Ebene, in den Schulen, in den Familien. Und das Thema ist zum Thema geworden, seitdem ein paar Menschen ausgewandert sind, sag ich mal, nach Syrien und Irak gegangen sind, um da zu kämpfen, oder seitdem ein paar von denen wieder zurück in Deutschland sind. Das ist eine Riesengefahr, aber das ist nur die Spitze des Eisberges. Und die Generation Allah, die darunter steht, die nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollte, die aber für uns unfassbar relevant und unfassbar auch viel Arbeit mitbringt, darüber spricht kein Politiker.

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