Kreuzzug gegen die Vatikan-Mafia


Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Ein neues Enthüllungsbuch deckt Günstlingswirtschaft und Intransparenz im Herzen der katholischen Kirche auf.

Von Philippe Pfister|Blick.ch

Es war eine denkwürdige Sitzung, zu der Papst Franziskus (78) am 3. Juli 2013 im Vatikan lud. Aufgeboten waren die höchsten Amtsträger der kirchlichen Hierarchie. Was der knapp vier Monate zuvor gewählte Pontifex in höchst vertraulicher Runde zu Protokoll gab, hatte man von einem Papst noch nie in dieser Schärfe gehört.

Was Franziskus genau sagte, kann man im soeben erschienenen Enthüllungsbuch des italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi (46) nachlesen. Dieser ist im Besitz einer Tonband-Aufnahme der Papstworte – ein ­unglaublicher Vorgang.

Scharf kritisiert Franziskus auf dem Mitschnitt die Misswirtschaft im Kirchenstaat. Gleich der erste Satz sitzt: «Wir müssen Licht in die Finanzen des Vatikans bringen», sagt er. Bei manchen Kosten lasse sich «nicht nachvollziehen, wie sie zustande gekommen sind». Es müsse «Transparenz» her – ein Wort, das er mehrfach betont. «Das macht man in der einfachsten Firma so, und das müssen wir auch machen.»

Die Kasse des Vatikans werde «nicht ordnungsgemäss geführt», es fehle eine Verwaltungskultur.

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