Rudolf Voderholzer: Dodo des Monats Oktober 2015


Dodo des Monats Oktober 2015
Dodo des Monats Oktober 2015

voderholzerDie graue Maus des deutschen Episkopats hat den Dodo des Monats Oktober gewonnen. Der moralisierende Radiologe, welcher gern die Nazi-Keule auspackt wäre mein Favorit gewesen. Aber gut, gewählt ist gewählt.

Der geistige Vater Voderholzers ist Dodo Müller, bei dem war er wissenschaftlicher Assistent am Dogmatik-Lehrstuhl in München. Dieser Fakt erklärt die sture konservative Einstellung des Regensburger Apostels, nicht nur im kirchlichen Arbeitsrecht. B16 hat ihm zu Bischof berufen, nach dem Dodo Müller mit der Leitung der Inquisition im Vatikan beauftragt wurde.

Theologisch liegt er auf der Linie von B16. Kirchlich-intellektuell kommt hier die Flexibilität einer Brechstange zum Tragen. Gut kopiert er die Armuts-Attitude des Franz-Papstes, Zweckverhalten, vielleicht ist ja die Karriere in der Kirche noch nicht zu Ende.

Die abnehmende Glaubenssubstanz macht ihm Angst, die Kirchenaustritte und die Ignoranz der Katholiken in seinem Bistum. Mangelnde Selbstkritik, welche bei den Paffen sehr verbreitet ist, lässt die eigentlichen Ursachen für den Glaubensschwund unerkannt. Dass sich Voderholzer selbst abschafft sieht er nicht, der Zirkus Spiritualität, Gott, ist längst auf dem Weg zu anderen Orten. Der deutsche Zoo Gottes lebt von der Substanz der Kirchensteuer und der willfährigen Politik.

Voderholzer verkündet zum Abschluss der Rosenkranzprozession sein Credo:

„Nur ein Land mit starker eigener Glaubenssubstanz und kultureller Identität kann andere integrieren. Sorgen macht mir hier weniger eine möglicherweise drohende islamische Überfremdung, als vielmehr die eigene Lauheit, die abnehmende Glaubenssubstanz in unserem christlichen Abendland, das merkwürdigerweise dort am lautesten beschworen wird, wo Glaube und Kirche seit Generationen an den Rand gedrängt wurden.“

Solche Sätze sagt man, wenn der Verstand nicht über den Buchrücken der Bibel hinausgeht. Kulturelle Indentität in Deutschland. Was dem Berliner seine Curry-Wurst ist dem Bayern seine Weißwurst. Die kulturellen Unterschiede zwischen Schwaben und Ostfriesen sind nicht nur sprachlich. Vor allem haben Flüchtlinge nichts mit dieser Kultur gemein und niemand wird verlangen, dass sie die Kultur des Aufnahmelandes annehmen. Das ist ein Kriterium pluraler Gesellschaften. Die Lauheit steht auf der Kanzel, beeindruckt von muslimischer Frömmigkeit sucht man Wege, die der eigenen Glaubenswelt Vorteile verschaffen. Voderholzer sagt nicht die Wahrheit, in diesem Zusammenhang. Und die Mär vom christlichen Abendland kann man mittlerweile schon idiotisch nennen.
Es kommen Menschen nach Deutschland und es gilt diese ohne einschränkende und vor allem ausgrenzende Attribute religiöser Weltsicht als Menschen zu behandeln. Die Voraussetzung dafür ist die weltanschauliche Neutralität der Gesellschaft. Integratition, Inklusion wird nur auf der Grundlage des Humanismus gelingen und ich meine hier nicht den kontaminierten Humanismus christlicher Provinienz.

Die katholische Kirche kann gesellschaftliche Akzente setzen, ein Anfang wäre die notwendige Aufklärung des Skandals zum Thema sexueller Missbrauch. Die Stärke der katholischen Kirche resultiert nicht aus der Schwäche der Gesellschaft sondern am willfährigen Kriechen politischer Akteure. Politische Claqeure, von der Kanzlerin über die Fraktionen im Bundestag machen bigotte christliche Politik möglich. Soziale Gruppen werden bewusst ausgegrenzt und es steht zu befürchten, dass diese Ausgrenzung an den zuwandernden Menschen keinen Halt macht.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo. In Regensburg hat man ja Erfahrung damit.