Vom Reiz der Dummheit


Werner van Treeck mag andere Menschen nicht dumm nennen. Foto: Krauthoefer
Wer andere als dumm bezeichnet, offenbart damit vor allem die eigene Dummheit. Und tatsächlich gibt es auch eine kluge Form der Dummheit.

Von Wolfgang Merkel|Berliner Morgenpost

Das Thema bereitet Werner van Treeck sichtlich Spaß. Immer wieder blitzt der Schalk in den Augen des pensionierten Philosophieprofessors auf. Es geht um die Dummheit, darüber hat der 73-jährige Berliner Wissenschaftler ein Buch geschrieben („Dummheit – eine unendliche Geschichte“, Reclam, 19,95 Euro). Nachdem van Treeck in den 70er- und 80er-Jahren erst in Berlin und dann in Kassel an der Schnittstelle von Politik und Soziologie gearbeitet hatte und 2009 in Pension gegangen war, widmete er sich diesem schillernden Phänomen.

Schillernd und schwer greifbar, wie sich zeigt. Die Frage, was denn nun Dummheit genau sei und wie man sie definiere, weist er zurück. Nein, sagt er, als hätte er die Frage nach der griffigen Formel schon erwartet: Man könne Dummheit nicht definieren. „Das ist, als wollten Sie einen Pudding an die Wand nageln.“ Dummheit sei zu vielschichtig, tückisch, gestaltlos und unberechenbar. Aber genau das mache ja ihren Reiz aus, sagt van Treeck.

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