Di Fabio: Der Staat braucht den Glauben – klingt wie Nötigung


DerverzweifelteJesusDer ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio hat die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Einmischung bei aktuellen Probleme aufgefordert.

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„Lassen wir den Staat nicht allein“, sagte Di Fabio bei der Synodentagung in Bremen. Der Staat brauche den Glauben als Herausforderung – und der Glaube brauche auch den Staat. Die Gläubigen seien keine politischen Akteure, „aber sie irritieren den Prozess“. Dabei gehörten auf ambivalente Art und Weise der „humane Imperativ“ und die Ordnung des Verfassungsstaates zusammen, sagte di Fabio.

Beides gehöre zur „Dialektik der Neuzeit“, die sich aus dem Geist der Reformation entwickelt habe. Deshalb solle es nicht so sein, dass die einen die Grenzen unter Bezug auf den Staat die Grenzen verschlössen und die anderen sie unter Berufung „auf den humanen Imperativ aufreißen“, sagte der Jurist.

Di Fabio, der an der Universität in Bonn Jura lehrt, sprach vor dem Kirchenparlament zum Schwerpunktthema der Synode: dem 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 und den Folgen der Reformation. Der Katholik ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates „Luther 2017“.

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