Interview: Der Vatikan im Sumpf von Privilegien


Gianluigi Nuzzi / Bild: (c) APA/EPA/GEORG HOCHMUTH
Der italienische Aufdecker Gianluigi Nuzzi hält den Reformweg von Franziskus für unumkehrbar. Und er kritisiert Johannes Paul II.: In dessen Amtszeit sei „unsauberes Geld“ für den Kampf gegen den Kommunismus verwendet worden.

Von Dietmar Neuwirth|Die Presse

Die Presse: Im Original trägt Ihr Buch den Titel „Kreuzweg“. Sie wissen natürlich, wie der endet.

Gianluigi Nuzzi: Der Titel ist natürlich im übertragenen Sinn gemeint. Es geht um die Schwierigkeiten, auf die der Papst in seinen Reformbewegungen stößt.

VatiLeaks I hat letztlich auch dazu geführt, dass Benedikt XVI. resigniert hat. Wie wird dieser Kreuzweg für Franziskus enden?

Die Händler im Tempel, wie sie von Seiner Heiligkeit in meinem zweiten Buch („Alles muss ans Licht“, Ecowin Verlag) genannt werden, wurden von Franziskus ihrer Posten enthoben.

Da sind wir bei der größten Schwachstelle Ihres Buches. Die Dokumente, die Sie veröffentlichen, beziehen sich auf eine Zeit vor Reformen und wirken wie Stimmen einer anderen Zeit. Haben Sie Hinweise, dass die Praktiken heute dieselben sind?

Zunächst ist es überraschend, dass man, um Informationen zur Finanzlage des Vatikans zu erhalten, erst darauf warten muss, dass ein Buch erscheint. Natürlich kann der Anspruch eines Buches nicht derselbe sein, wie Sie ihn in einer Tageszeitung haben.

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