Die Freiheit nicht aufgeben


Hand in Hand gegen den Terror: Demonstranten vor der Konzerthalle Bataclan. Foto: rtr
Offenbar glauben die IS-Terroristen, sie könnten die Menschen in Frankreich und in Europa zur Aufgabe ihrer Grundwerte bringen. Sie irren sich – der Leitartikel.

Von Arnd Fensterling|Frankfurter Rundschau

Krieg? Der Krieg gegen den IS wird in Syrien geführt und im Irak. Der „Islamische Staat“ führt keinen Krieg, jedenfalls nicht in Europa. Er mordet heimtückisch und voller Niedertracht ahnungslose, wehrlose, unschuldige Menschen. Konzertbesucher, Restaurantgänger, Fußballfans. Junge und Alte, Frauen und Männer. Das ist kein Krieg, in dem jedenfalls seit der Genfer Konvention wenigstens ein paar Grundsätze beachtet werden müssen. Ein zentraler ist, zwischen Kombattanten, also Kämpfern, und Zivilisten zu unterscheiden. Der IS mordet fast ausschließlich wehrlose Zivilisten. Den Islamisten geht es nur um Terrorismus, das Ziel ist allein, Furcht und Schrecken zu verbreiten.

Offensichtlich glauben die IS-Terroristen in ihrer religiös unterfütterten Allmachtsfantasie, Furcht und Schrecken reichten aus, die Menschen in Frankreich und in Europa zur Aufgabe ihrer Grundwerte zu bringen. Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit preiszugeben, die Demokratie zu verraten im Tausch gegen eine doch nur vermeintliche Sicherheit und einen eingebildeten Frieden. Was für ein grandioser Irrtum. Das hat nicht der Faschismus geschafft und nicht der Stalinismus, nicht der linksradikale RAF-Terrorismus in der Bundesrepublik und nicht die dschihadistischen Anschläge von 9/11 auf die USA.

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