Frankreich will radikale Moscheen und Vereinigungen schließen


Eine Moschee in Frankreich.(Foto: Flickr/ By OUMMAPix43 CC0 1.0 Universal)
In Frankreich sollen Moscheen und radikale Vereinigungen geschlossen werden, in denen «gegen die Werte der Republik verstoßen» wird. Das kündigte Premierminister Manuel Valls am Montagmorgen im Sender RTL an.

Deutsch Türkische Nachrichten

«Wir handeln an allen Fronten mit der größten Entschlossenheit», sagte Valls nach den Attentaten von Paris und Saint-Denis, bei denen am Freitagabend 129 Menschen getötet wurden.

Eine wachsende Szene, gefährlich, sehr aktiv. Radikale Salafisten sprechen Jugendliche als «potenzielle Rekruten» für den Dschihad an. Auch in vielen deutschen Städten werden junge Leute «tagtäglich mit salafistischem Gedankengut infiltriert. Erfolgreich. Nachhaltig». Das schreibt die Islamwissenschaftlerin und Religionslehrerin Lamya Kaddor in ihrem neuen Buch «Zum Töten bereit – Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen». Auch fünf ihrer eigenen Schüler reisten nach Syrien, um für islamistische Terrorgruppen zu kämpfen. Als eine persönliche Niederlage habe sie das empfunden, räumt die Autorin ein – auch wenn vier zurückkehrten.

Kaddor kennt die Problematik, die Hintergründe von Radikalisierung, das Vorgehen der «Menschenfänger» – zum Teil aus nächster Nähe. Wie die dpa berichtet, unterrichtet die Tochter syrischer Eltern in Dinslaken am Rande des Ruhrgebiets seit 2003 muslimische Schüler in Islamkunde, später in islamischer Religion. Ausgerechnet Dinslaken-Lohberg ist als Hochburg gewaltbereiter Salafisten inzwischen zu unerfreulicher Bekanntheit gelangt. Bei zwei jungen Männern aus Dinslaken geht man davon aus, dass sie im Dschihad starben.

weiterlesen