Ultraschall öffnet Schranke zum Hirn


Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Die meisten Medikamente können im Hirn nichts ausrichten, weil sie erst gar nicht in seine Zellen gelangen. Mit gebündeltem Ultraschall und einem Trick konnten Forscher den Schutzmechanismus jetzt erstmals nicht-invasiv überwinden.

Von Sascha Mattke|Technology Review

Es könnte ein Durchbruch von historischer Bedeutung gewesen sein: Forschern am Sunnybrook Health Sciences Center in Kanada ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, die so genannte Blut-Hirn-Schranke beim Menschen vorübergehend zu öffnen, um einer Patientin mit Hirntumor eine Chemotherapie zu verabreichen. Nach etwa zwölf Stunden verschlossen sich die mittels fokussiertem Ultraschall und mikroskopischen Bläschen geöffneten Lücken wieder, über mögliche bleibende Schäden wurde nichts bekannt.

„Die Blut-Hirn-Schranke ist ein hartnäckiges Hindernis für die Verabreichung von wertvollen Medikamenten gegen Erkrankungen wie zum Beispiel Tumore“, erklärte Todd Mainprize, Hirnchirurg und leitender Forscher bei der Studie, in einer Pressemitteilung seines Zentrums. „Unsere Technik wird neue Möglichkeiten schaffen, um potenziell weitaus wirksamere Therapien gezielt in bestimmte Bereiche zu bekommen.“ In einem späteren Interview betonte Mainprize allerdings, die bisherigen Ergebnisse seien „so vorläufig, wie sie nur sein können“.

weiterlesen