Dodo Marx: ‚Christentum gehört zur Signatur Europas‘


Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Münchner Erzbischof: „Jetzt müssen wir stärker in die Tiefen unseres eigenen Glaubens gehen, um das Evangelium zu entdecken. Es ist eine Quelle der Kraft und es gehört zur Signatur Europas.“

kath.net

Angesichts der aktuellen Bedrohung durch Terrorismus hat Kardinal Reinhard Marx davor gewarnt, der Versuchung nachzugeben, Gewalt mit noch mehr Gewalt zu beantworten. Stattdessen liege gerade in der Konfrontation der europäischen Gesellschaft mit religiös motivierter Gewalt der Weg zur Lösung in der Neuentdeckung der christlichen Wurzeln. „Ja, es braucht eine Wiederentdeckung des Christlichen in Europa, aber in einer neuen Tiefe“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstag in seiner Predigt zum Korbiniansfest am Freisinger Domberg. Dagegen sei „Gewalt nie eine Lösung“, auch wenn der Einsatz polizeilicher und militärischer Mittel zum Schutz erlaubt sei.
Ausdrücklich verwahrte er sich dagegen, in diesem Zusammenhang von einer sogenannten Verteidigung des christlichen Abendlandes zu sprechen. „Jetzt müssen wir stärker in die Tiefen unseres eigenen Glaubens gehen, um das Evangelium zu entdecken. Es ist eine Quelle der Kraft und es gehört zur Signatur Europas.“ Es gelte, neu zu erfahren, „worauf alles zielt, was unser Herz bewegt“. Dabei sei nicht gemeint, bloß eine Tradition fortzuführen oder das Christentum als „politisches Programm der Abgrenzung, der Mauern und Schießscharten“ misszuverstehen. Ganz im Gegensatz dazu eröffne die Rückbesinnung auf das Evangelium „einen Horizont, eine Perspektive“.

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