Enthüllungspresse im Vatikan unerwünscht


Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Die Kurie ermittelt gegen Journalisten, die Misswirtschaft aufgedeckt haben. Kritiker sagen, die katholische Kirche müsse die Probleme anpacken, doch im Vatikan gibt es Widerstand gegen Reformen. Megan Williams aus Rom.

Von Megan Williams|Deutsche Welle

Ein Jahr, bevor er zum Papst gewählt wurde, gab Jorge Bergoglio ein Interview zu den internen Vorgängen im Vatikan. Die Kurie war gerade in Aufruhr: Papst Benedikts Butler hatte Dokumente weitergegeben, die Korruption und Gier im Vatikan offenlegten. Aber anstatt auf diese Vorwürfe einzugehen, kritisierte der spätere Papst Franziskus die Presse: „Manchmal kommt es zu negativen Schlagzeilen, aber vieles ist übertrieben und manipuliert, um Skandale heraufzubeschwören.“

Kaum war er zum Papst gewählt, stieß er ein Gesetz an, dass de facto die Pressefreiheit einschränkt, wenn Journalisten aufdecken, was im Vatikan hinter verschlossenen Türen geschieht. Diesem Gesetz zufolge ist es ein Verbrechen, sich „auf illegale Weise“ Dokumente zu beschaffen oder sie zu veröffentlichen. Die Strafe: sechs Monate bis zwei Jahre Gefängnis. Wenn die Dokumente „von fundamentaler Bedeutung“ für den Vatikan sind, droht sogar eine Strafe zwischen vier und acht Jahren Gefängnis. Kritiker nennen das Gesetz rückschrittlich.

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