Tierversuchszahlen 2014 in Deutschland veröffentlicht


Bild: animalequality.de
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Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Versuchstierzahlen 2014 veröffentlicht. Demnach wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 2.798.463 Versuchstiere zu Forschungszwecken eingesetzt. Auf Nagetiere wie Mäuse und Ratten entfallen dabei 83 Prozent sowie auf Fische rund 11 Prozent. Im Vergleich zu 2013 sind die Zahlen rückläufig (2013: 2.997.1529). Der Anteil der Max-Planck-Gesellschaft an den Tierversuchen in Deutschland beträgt rund 8,5 Prozent.

MAX-PLANCK-GESELLSCHAFT

Im Jahre 2014 wurde die Zahl der an Universitäten und Forschungsorganisationen sowie von forschenden Unternehmen durchgeführten Tierversuche erstmals nach der neuen Versuchstiermeldeverordnung erfasst und an die Behörden weitergegeben. So werden nunmehr auch die Tiere mitgezählt, die für die Zucht genetisch veränderter Tierstämme notwendig sind, wenn für das Tier aufgrund der genetischen Veränderung eine Belastung zu erwarten ist. Dabei müssen die Tiere nicht selbst Teil eines experimentellen Eingriffs sein.

Tierversuchszahlen lassen sich nur bedingt vergleichen

Darüber hinaus beinhaltet die neue Statistik nun auch Arten, die die vorherige Verordnung nicht erfasst hat, wie zum Beispiel Kopffüßler (wie Tintenfische und Kalmare). Zudem ist der für die Erfassung maßgebliche Zeitpunkt eines Versuchs nun der Abschluss, nicht mehr der Anfang des Versuchs. In einem Übergangszeitraum kann deshalb ein Tier zweimal gezählt werden. Diese und andere Änderungen führen dazu, dass sich die Versuchstierzahlen ab 2014 nur noch bedingt mit den Zahlen der Vorjahre vergleichen lassen.

2014 wurden an den Max-Planck-Instituten 237.674 Tiere zu Versuchszwecken eingesetzt. Den größten Anteil mit rund 74 Prozent hatten dabei Nagetiere (Mäuse und Ratten), gefolgt von Zebrafischen (20 Prozent). Andere Tiergruppen wie beispielsweise Vögel (2 Prozent) kamen an den Max-Planck-Instituten in deutlich geringerem Umfang als Versuchstiere zum Einsatz. „Die Max-Planck-Gesellschaft verwendet für ihre Forschung prozentual deutlich mehr Fische als im Bundesdurchschnitt. Damit erfüllt sie eine Vorgabe des deutschen Tierschutzgesetzes, nach der möglichst niedriger organisierte Wirbeltiere zu Versuchszwecken eingesetzt werden sollten“, sagt Christina Beck, Pressesprecherin der Max-Planck-Gesellschaft.

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