Isaac von Sinclair: Am Anfang ist der Zweifel


Isaac von Sinclair auf einem Gemälde von Favorin Lerebours. Foto: Wikimedia
Endlich verfügbar: „Wahrheit und Gewissheit“, das philosophische Hauptwerk von Isaac von Sinclair, der als Hölderlin-Freund berühmt wurde, aber auch selbst als Denker keine Fußnote darstellt.

Von Dirk Pilz|Frankfurter Rundschau

Die Leser Friedrich Hölderlins kennen ihn. Er war einer seiner engsten Freunde. In einem leider unvollständig erhaltenen Brief, verfasst an Heiligabend 1798 in Bad Homburg vor der Höhe, schreibt Hölderlin ihm, eine „von aller Erfahrung unabhängige Philosophie ist ein Unding“, und „jedes Einzelne hänge innig mit dem Ganzen zusammen“.

Gut zehn Jahre später wird dieser Gedanke zum Fundament einer philosophischen Schrift gehören, die 1811 einmal aufgelegt wurde, seitdem aber nicht mehr. Es ist das philosophische Werk „Wahrheit und Gewissheit“ von Isaac von Sinclair. Jetzt wurde ein erster Band wieder aufgelegt, ein zweiter wird folgen. Der Herausgeber, Christoph Binkelmann von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München, will damit „einen totgeschwiegenen Text wieder philosophisch zum Reden bringen“. Er will ihn als philosophisch eigenständiges Werk würdigen, sehr zu Recht.

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