Paten des Terrors: Saudi-Arabien und der IS


Der saudische König Fahd bin Abdul Aziz
Die Ideologie der Terrororganisation „Islamischer Staat“ ist nicht im luftleeren Raum entstanden. Sie inspiriert sich vor allem am Wahhabismus, der offiziellen Religion Saudi-Arabiens. Doch es gibt weitere Verbindungen.

Von Kersten Knipp|Deutsche Welle

Hass auf Andersgläubige. Ein bizarres Weltbild, das den Islam auf vielerlei Weise bedroht sieht. Misstrauen gegenüber allen, die nicht so denken und glauben wie man selbst: Das sind zentrale ideologische Elemente der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Der aber hat dieses Weltbild nicht erfunden, zumindest nicht allein. Wenn der IS gegen Schiiten, Jesiden, Christen und Juden hetzt, dann weist er enge Parallelen zum Weltbild des Wahhabismus auf, der radikal-konservativen Auslegung des sunnitischen Islam, die im Königreich Saudi-Arabien Staatsreligion ist.

Tatsächlich sind Parallelen zwischen IS und Wahhabismus unverkennbar. Deutlich belegt das ein Blick in jene Textbücher, aus denen die Schüler des saudischen Königreichs zumindest bis vor einigen Jahren noch ihr religiöses Weltbild bezogen.

„Jede andere Religion als der Islam ist falsch“, lasen sie in dem einführenden Textbuch. Auch kleine Aufgaben mussten die Schüler lösen. So galt es etwa den folgenden Satz zu vervollständigen: „Wer außerhalb der Religion des Islam stirbt, kommt …“ Das nach Vorgaben des Lehrbuchs richtige Wort lautete „… in die Hölle“. Eine andere Aufgabe lautete: „Nenne Beispiele falscher Religionen, wie etwa Judentum, Christentum, Heidentum usw.“

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