Tschechiens Präsident schürt Angst vor Flüchtlingen


Foto: Getty Images Flagge mit durchgestrichener Moschee: Der tschechische Präsident Miloš Zeman spricht in Prag vor seinen Anhängern
Hass gegen Muslime im Internet und ein Präsident, der vor Anhängern des Anti-Islam-Blocks spricht – in Tschechien gerät Staatschef Zeman unter Druck. Auch in Berlin geht man auf Distanz.

Von Hans-Jörg Schmidt|DIE WELT

Man sollte „Muslime zu Fleisch- und Knochenmehl zermahlen“ oder „in Konzentrationslager wegschließen“ – diese Hetze gegen Muslime veröffentlichte der tschechische Universitätsdozent Martin Konvička auf seiner Facebook-Seite und auf der des Anti-Islam-Blocks, der fast 30.000 Anhänger hat. Dafür muss er sich nach Medienberichten vom heutigen Mittwoch womöglich vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung drohen dem 46-jährigen Naturwissenschaftler Konvička bis zu drei Jahre Freiheitsentzug.

Die Anzeige flatterte der Anwältin des Muslimenhassers am 18. November auf den Tisch. Einen Tag zuvor hatte Konvička noch höchste Anerkennung erhalten: Da stand neben ihm auf einer Bühne in Prag am Jahrestag des Beginns der Samtrevolution von 1989 kein Geringerer als Staatspräsident Miloš Zeman. Er hielt eine Rede vor Tausenden seiner Anhänger und auch vor Anhängern des Anti-Islam-Blocks, die ihn begeistert feierten. Unter den Jublern bei Zemans Rede tummelten sich auch Führungsleute von Pegida, die seit einiger Zeit schon versuchen, engere Kontakte zu islamfeindlichen Gruppen in Tschechien aufzubauen.

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